Ein Hingucker: das Flaschenballett der Initiative „Knallt am dollsten“. Foto: Theo Bruns

Von Matthias Greulich, Altona

Die Stadt will auf dem ehemaligen Holstengelände Wohnungen bauen, ein Projektentwickler Millionen verdienen. Kann das gutgehen? Monatelang ging es bei den Verhandlungen, die Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg mit dem Projektentwickler Census führt, nicht voran, nun gibt es einen Durchbruch. Beide Seiten haben sich auf die Grundzüge eines städtebaulichen Vertrags geeinigt. Das Elbe Wochenblatt fasst die Einigung zusammen.

Das sind die Kernpunkte:
Mehr als 1.200 Wohnungen sollen gebaut werden. Darunter sind 370 Eigentumswohnungen, 335 freifinanzierte und 365 geförderte Mietwohnungen. Das entspricht dem Hamburger „Drittelmix“. Die geförderten Wohnungen haben eine ungewöhnlich lange Mietpreis- und Belegungsbindung von 30 Jahren. 100 der 335 freifinanzierten Wohnungen werden jeweils zu einer Miete von 12,90 Euro bzw. 14,90 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Weitere 170 Wohnungen sind für Baugemeinschaften gedacht.

Was ist mit den Wohnungen, deren Miethöhe nicht gedeckelt ist?
Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) bezeichnete diese Wohneinheiten als „Wermutstropfen“, bei denen „sehr hohen Mieten“ aufgerufen werden sollen. Umso bedeutender sei, dass es bei rund einem Drittel dieser Wohnungen eine Höchstgrenze bei den Einstiegsmieten gebe.“

Und wenn das Grundstück noch einmal an Spekulanten weiterverkauft wird?
Census habe sich laut von Berg zum Konzept „build and hold“ (Bauen und behalten, Anm.d.Red.) bekannt. Die Firma werde die Entwicklung des Quartiers nicht nur in der Bauphase gestalten, sondern auch „anschließend für eine gewisse Zeit verantwortlich begleiten“, so Altonas grüne Bezirksamtsleiterin. Dies solle ebenfalls noch in den Vertrag mit aufgenommen werden.

Was hat die Nachbarschaft vom Holsten-Quartier?
Geplant ist ein 4.000 Quadratmeter großes Quartierszentrum mit Kultur-, Bildungs oder auch Sportmöglichkeiten. Die Realisierung erfolgt durch die Stadt Hamburg unter Kostenbeteiligung durch Census. Der Projektentwickler beteiligt sich außerdem am Bau einer Schulsporthalle, die mit zwei wettkampftauglichen Sportfeldern an der Haubachstraße entstehen wird. Außerdem soll es Raum für Gewerbe, Büroräumen und einen Handwerkerhof geben. 270 Kitaplätze sollen geschaffen werden. Das Bezirksamt wird auf dem Gelände einen öffentlichen Park auf zwölf Prozent der Grundstücksfläche von 86.000 Quadratmetern bauen. Drei Viertel der Kosten übernimmt Census.

Wie ist der Verkehr im Holsten-Quartier geregelt?
Auf dem Gebiet werden unter anderem drei Stadtrad-Stationen sowie drei öffentliche E-Ladestationen gebaut. Es soll eine öffentlich zugängliche Quartiersgarage mit 70 Stellplätzen entstehen.

Wie geht es weiter?
Dem städtebaulichen Vertrag muss die Bezirksversammlung Altona zustimmen. Er ist die Grundlage, um dem Investor eine Baugenehmigung für Wohnbebauung zu erteilen. Anschließend würde die Bezirkspolitik einen neuen Bebauungsplan (B-Plan) erlassen. Dieser B-Plan würde öffentlich ausgelegt werden.

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