Wegen massenhafter Verstöße gegen die Corona-Regeln schritt die Polizei ein. Jetzt ist der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol am Wochenende im Party-HotSpot Schanze und Teilen von St. Pauli ab 20 Uhr verboten. Foto: Hamburg news

Corona-Pandemie: Am Wochenende in Party-Hotspots Außer-Haus-Verkauf und Mitnahme von Alkohol ab 20 Uhr verboten. Inzidenz stabil unter 35. Innengastronomie öffnet unter Auflagen.

Das schöne Wetter, die Öffnung der Außengastronomie und die sinkenden Corona-Zahlen haben Hamburger Partygänger in Massen auf die Straßen gelockt. Dabei wurden Abstands- und Hygieneregeln weitgehend ignoriert. Auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 35 liegt, „können wir nicht sämtliche Vorsichtsmaßnahmen außer Acht lassen“, mahnte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Um eine Wiederholung der Massenpartys zu verhindern, gelten in den Feier-Hotspots jetzt strengere Regeln. Inzwischen hat der Senat die Innengastronomie unter Auflagen geöffnet.
An Wochenenden gilt im Schanzenviertel und in Teilen St. Paulis jetzt ein Alkoholverkaufsverbot. Ab 20 Uhr ist hier der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol verboten. Zwischen 20 und 6 Uhr darf kein Alkohol mitgeführt werden. „Wir werden konsequent kontrollieren“, kündigte Innensenator Andy Grote (SPD) an.
Für die bis 23 Uhr geöffnete Innengastronomie gelten strengere Vorgaben als bei der Außengastronomie: Testpflicht für Gäste und Mitarbeiter; feste Plätze, maximal fünf Personen aus verschiedenen Haushalten an einem Tisch.
Zur Impfung aufgerufen sind in Hamburg jetzt alle über 60-Jährigen sowie Personen, die in der „kritischen Infrastruktur“ arbeiten. Für sie wurden 30.000 Impftermine bereitgestellt, die binnen weniger Stunden vergeben waren. Weitere Termine im Impfzentrum gibt es aktuell nicht.
Dafür sollen Hausärzte und ab dem 7. Juni auch Betriebsärzte vermehrt Schutzimpfungen durchführen. Sie erhalten mehr Impfstoffe. „Terminvereinbarungen sollten unmittelbar mit den Praxen erfolgen“, teilt die Senatspressestelle mit.
Fest steht: Um alle Impfberechtigten zu versorgen, fehlt Impfstoff. „Es wird noch etliche Wochen dauern, bis nach und nach allen Hamburgerinnen und Hamburgern eine Schutzimpfung angeboten werden kann“, bestätigt Sozialsenatorin Melanie Leonhard.
Weil sich Corona in ärmeren Vierteln weiter hartnäckig hält, hat die Sozialbehörde jetzt (!) versuchsweise einmal dort geimpft, wo es besonders nötig ist. Wilhelmsburger Hartz IV-Bezieher wurden per Brief zu einer Schutzimpfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson (bei diesem Impfstoff ist nur eine Impfung erforderlich) ins Jobcenter Wilhelmsburg eingeladen. Ist die Resonanz auf diese Aktion groß, „kann und soll das Angebot auf weitere Standorte und Personengruppen ausgeweitet werden“, verspricht Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde.
Nach Rückkehr zum gewohnten Unterricht sind die Klassenräume an den Schulen wieder voll. Abstände können kaum eingehalten werden. Eine Ausweitung der Schnelltests für Schüler und Schulbedienstete ist nicht geplant. „Es gilt weiter zwei Tests pro Woche pro Schüler und drei Tests pro Woche pro Schulbeschäftigtem“, sagt Schulbehördensprecher Peter Albrecht. Wie viele Schulbeschäftigte inzwischen einen vollständigen Impfschutz haben, ist unklar. Albrecht: „Dazu haben wir keine Daten vorliegen.“
Ab Montag, 7. Juni, kehren die Hamburger Kitas zum regulären Betrieb zurück.

Corona-Zahlen
Die Sieben-Tage-Inzidenz (Anzahl der durchschnittlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) beträgt in Hamburg 21,3 (Stand 4. Juni). 313.500 Hamburger sind vollständig geimpft. 39 Corona-Patienten werden in Hamburger Krankenhäusern auf Intensivstationen behandelt (Stand 3. Juni). Laut Robert-Koch-Institut sind bislang 1.566 Menschen in Hamburg an Corona gestorben (Stand: 3. Juni)
Die südafrikanische Virus-Variante wurde in Hamburg bislang in 23 Fällen nachgewiesen, die brasilianische Variante in sechs, die indische Variante in sieben Fällen (Stand 1. Juni).

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