Unangeleinte Hunde in freier Wildbahn können allein durch ihre bloße Anwesenheit ihre potenziellen Opfer vertreiben, so Naturschützer. Foto: Stephan Czuratis (Jazz-face) / Wikimedia

In der Eidelstedter Feldmark stören frei laufende Hunde immer wieder Wildtiere. Bezirk will Einhaltung der Anleinpflicht hier nicht kontrollieren

REINHARD SCHWARZ, EIDELSTEDT

Die Eidelstedter Feldmark, das Gebiet zwischen Kieler Straße und der Autobahn A7, steht unter Landschaftsschutz. Geschützt sind nicht nur die Pflanzen sondern auch die Tiere, die hier leben, wie Rehe, Feldhasen, Vögel. Deren Ruhe wird immer wieder durch freilaufende Hunde gestört. Gilt hier keine Anleinpflicht?

Doch. „In der Eidelstedter Feldmark als Landschaftsschutzgebiet gilt grundsätzlich eine Leinenpflicht für Hunde“, teilt das Bezirksamt Eimsbüttel auf Anfrage mit. Kontrollieren, ob die Anleinpflicht auch befolgt wird, will der Bezirk nicht. „Hier kann das Bezirksamt keinen Beitrag leisten. Der Bezirk kontrolliert mit seinem Ordnungsdienst nur auf bezirklichen Flächen.“ Und die Feldmark gehöre der Stadt, nicht dem Bezirk.

Im Landschaftsschutzgebiet Eidelstedter Feldmark lassen viele Hundebesitzer ihre Vierbeiner frei herumlaufen, zum Schaden der Bodenbrüter und weiterer Tiere, die dort leben und ihre Jungen aufziehen. Foto: rs

Damit nicht genug. Das Bezirksamt verkündet, ihm sei „auch keine aktuelle Beschwerdelage bezüglich der Eidelstedter Feldmark bekannt“. Und das, obwohl die Initiative „Pro Eidelstedter Feldmark“ seit geraumer Zeit mehrfach auf den Missstand freilaufender Hunde hingewiesen hat.

Für die Finanzbehörde, die sich um städtischen Immobilienbesitz kümmert, ist der Sachverhalt klar. „Der Verstoß gegen die Leinenpflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten liegt grundsätzlich im pflichtgemäßen Ermessen des jeweiligen Bezirksamtes“, wird mitgeteilt.

Fazit: Weder das Bezirksamt, noch die Finanzbehörde wollen sich um den Schutz der Wildtiere in der Eidelstedter Feldmark kümmern. Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner dort weiter unangeleint laufen lassen, müssen kein Bußgeld befürchten. Ist ja niemand zuständig.

 

Hintergrund

Unangeleint herumtollen können Hunde in so genannten Hundeauslaufzonen. In Eidelstedt gibt es zwei: am Drieschweg (2.617 Quadratmeter), und auf der Grünfläche am Jaarsmoor/Redingskamp (4.596 Quadratmeter).
Die Bezirkspolitik plant, auf einem kleinen Teil der Feldmark – in dem Bereich, der laut Bebauungsplan Eidelstedt 31 in einen Park umgewandelt werden soll – eine Hundeauslaufzone einzurichten.
Gehorsamsgeprüfte Vierbeiner müssen auf extra freigegebenen Wegen und Rasenflächen nicht angeleint werden.

 

 

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