Experimenteller Regisseur, der sich von den Widrigkeiten des Alltags nicht unterkriegen lässt: Berthold von Kamptz.. Foto: v. Kamptz

„My Corona Madness 2“ spielt auch auf der Veddel, in Wilhelmsburg und in Harburg.

Gaby Pöpleu, Hamburg-Süd. Schon der erste Teil (zu sehen bei YouTube, das Elbe Wochenblatt berichtete) war ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch in seiner ganz speziellen Low-Budget-Trash-Art auch wieder authentisch und beeindruckend. Jetzt dreht Bertholt vom Kamptz, seines Zeichens Regisseur aus Hummelsbüttel, Teil zwei seines „Pseudodokumentarischen Psychothrillers“ namens „My Corona Madness“, zu deutsch etwa „Mein Corona-Wahnsinn“, unter anderem auf der Veddel, in Wilhelmsburg und Harburg.
Von Kamptz ist einer, der nie aufgibt. Auch nicht wenn ihm – wie bei früheren Projekten geschehen – Schauspieler, Geldbörse, Drehorte und Ladekabel fürs Handy, also die Kamera, abhanden kommen, und andere keinen Pfifferling mehr auf das ganze Projekt gegeben hätten. Die meiste Arbeit macht er ohnehin selbst, so auch diesmal: Von Kamptz ist auch in Teil zwei Regissseur, Hauptdarsteller, Kameramann und macht auch den Schnitt selbst.
Die Geschichte ist – wie schon im ersten Teil – relativ haarsträubend: Der Taschendieb, Einbrecher und Exfotograf Thomas Neumann leidet noch immer an den Folgen eines gewalttätigen Überfalls, vermutlich durch seinen Nachbarn. Auf Anraten seines Sohnes will er selbst jetzt keine „krummen Dinger mehr drehen“ und stattdessen lieber Tante Emmi aus Harburg um Geld bitten. Doch sie rückt nichts raus und so ist die schiefe Bahn vorgezeichnet.
Später wird Thomas verfolgt, er bekommt geheimnisvolle Briefe, entgeht knapp mehreren Mordanschlägen… Ist dafür der psychopathische Nachbar verantwortlich? Thomas bringt ihn zur Strecke. Doch was hat es mit dem vernachlässigten Sohn auf sich?
Aber eben dieser schräge Plot macht den Spaß an von Kamptz‘ Filmen aus: Nie weiß man, was Doku und was Fiction ist, Sie sind irgendwie immer abgedreht und ehrlich und mit leidenschaftlichem persönlichen Einsatz hergestellt.
Von Kamptz musste übrigens nicht alle Rollen selbst übernehmen: Tante Kerstin wird von Schauspielerin Ingrid Hammill, der verrückte Nachbar Hussein von Hasan Kaya, Carola von Denise von Kamptz und der Sohn von Julian von Kamptz gespielt

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