Anschlussstelle an der Otto-Brenner-Straße: Hier soll die A26 Ost unter der Erde verlaufen. Foto: BWVI/DEGES

Das Planfeststellungsverfahren für die A26-Ost, auch Hafenpassage oder Hafenquerspange genannt, läuft. Mit dem Bau der rund neun Kilometer langen Verbindung zwischen A7 und A1 kann erst begonnen werden, wenn für alle drei Abschnitte der A26-Ost eine unanfechtbare Baugenehmigung vorliegt.
Für den ersten Abschnitt „Moorburg bis zur Süderelbe“ sowie den mittleren Abschnitt „Brücke über die Süderelbe bis Hohe Schaar“ gibt es aufgrund zahlreicher Einwendungen bislang keine Planfeststellungsbeschlüsse. Zu den Planungen für den östlichen Abschnitt „Hohe Schaar, Wilhelmsburger Deckel bis Stillhorn“ konnten bis Ende Mai Stellungnahmen abgegeben werden. Der NABU Hamburg hat seine Ablehnung in einem über 60 Seiten starken Schreiben eingereicht.
Hintergrund: Die A26-Ost soll eine Verbindung zwischen A1 und A7 schaffen. „Wir brauchen eine Entlastung für die Hafenverkehre und für die großräumigen Verkehre von Ost nach West“, hatte 2017 der damalige Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) argumentiert. Dadurch würden Wilhelmsburg und Harburg entlastet.
Zwischen Finkenriek und der A1 soll die A26-Ost in einem rund 1,5 Kilometer langen Tunnel, genauer: in einem „Trog mit Deckel“, verlaufen. Damit will die Verkehrsbehörde eine Kernforderung aus dem Bürgerbeteiligungsverfahren umsetzen.
Laut NABU ist „auch dieser Abschnitt der A26-Ost in seiner Gesamtbetrachtung eine Zumutung für Natur und Mensch“. „Die Autobahn mit einer Länge von knapp zehn Kilometern Länge zerstört eine wertvolle Naturlandschaft mit Moorböden sowie den Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Dies betrifft mehr als 70 Brutvogelarten, die im Gebiet vorgekommen, und zahlreiche gesetzlich geschützte Biotope“, kritisiert der BUND.
„Gleichzeitig werden aber auch die Anwohner im Wilhelmsburger Süden erst durch eine jahrelange Baustelle und anschließend durch mehr Lärm, Luftschadstoffe und zusätzlichen Verkehr belastet“, teilt der NABU mit.

Verfahren
In einem Planfeststellungsverfahren können Bürger, Interessengruppen, Verbände oder Unternehmen, die betroffen sind, ihre Einwendungen äußern. Ziel ist es, sämtliche Interessen anzuhören, zu erörtern, gegeneinander abzuwägen sowie nach Möglichkeit auszugleichen. Die Planfeststellungsbehörde, in Fall der A26 Ost die Wirtschaftsbehörde, nimmt zu allen Einwendungen Stellung und führt einen Erörterungstermin durch. Erst danach kann das Projekt genehmigt werden. Gegen die Entscheidung kann vor dem Verwaltungsgericht geklagt werden.

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