Auf dem Aussichtsturm bei den Wildschweinen konnte es vor Corona schonmal eng werden. Foto: Pr

Gaby Pöpleu, Hamburg-West

Gibt es doch noch eine Chance, das Wildgehege Klöven-steen unter Corona-Bedingungen wieder zu öffnen? Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Philine Sturzenbecher ist selbst mit ihrer Familie oft dort unterwegs und will – ebenso wie die Altonaer SPD-Bezirksfraktion – nicht einfach hinnehmen, dass es immernoch zu ist.
Hintergrund: Das Wildgehege Klövensteen bleibt geschlossen, weil der Bezirk Altona nicht genug Geld für die Umsetzung eines Hygienekonzepts mit Terminvergabe, Einlasskontrolle und Überwachung vor Ort hat. Denn normalerweise gibt es dort weder Kassenhäuschen noch Sicherheitspersonal (das Elbe Wochenblatt berichtete).
Der Förderverein Klövensteen hat nach Aussage seines zweiten Vorsitzenden Jens-J. Sturzenbecher auch nicht genug Leute, um das Bezirksamt zu unterstützen. Und das Geld des Fördervereins darf nicht eingesetzt werden, da es für andere Dinge zweckgebunden ist. Er hofft auf eine Zusammenarbeit mit dem inzwischen wieder geöffneten botanischen Garten, zumindest „in Sachen Technik“. Er hofft darauf, doch noch Geld aus anderen Quellen auftreiben zu können.
Philine Sturzenbecher bezweifelt, dass es nur am Geld liegt: „Ob die Kosten so immens groß sein würden, wie es das Bezirksamt suggeriert, bleibt abzuwarten. Ohne ein vorliegendes Konzept ist ein Mehrbedarf überhaupt nicht bezifferbar.“ Vielmehr fehle wohl im Bezirksamt die Bereitschaft, aktiv zu werden.
Dem widerspricht Bezirksamtssprecher Mike Schlink ganz entschieden: „Im Bezirksamt Altona gibt es durchaus den Willen, das Wildgehege Klövensteen wieder zu öffnen. Diese Öffnung ist jedoch von Senatsentscheidungen abhängig beziehungsweise von der geltenden Eindämmungsverordnung.“ Nach dieser Verordnung gehe es derzeit eben nicht ohne Termine, Testüberwachung, Eingangs- und Abstandskontrollen, Kontaktnachverfolgung und Flächendesinfektion, und dies sei „mit dem vorhandenen Personal schlicht nicht umsetzbar“.

Philine Sturzenbecher hat einige Vorschläge im Gepäck, wie nach ihrer Ansicht eine Öffnung gelingen könnte:
▶ Im Wildgehege sei viel Platz, enge Aussichtstürme können gesperrt, auf öffentliche Fütterungen verzichtet werden.
▶ Ein Terminvergabesystem könnte – wie beim Wildfleisch-Verkauf im Dezember – über die Website des Bezirks angeboten werden.
▶ Auf Termine könnte ganz verzichtet werden, sofern der Andrang vor Ort nicht zu groß sei.
▶ Die Besucherzahl könnte ähnlich wie über Einkaufswagen in Supermärkten mit wenig Personal begrenzt werden.
▶ Bei der Kontaktverfolgung könne man – wie die Gastwirte – die Luca-App nutzen.
▶ Das Maske tragen und Abstand halten würde auch ohne Kontrolle funktionieren, nimmt Sturzenbecher an. Ob und wie ein Test vorgelegt und kontrolliert werden soll, lässt sie offen.

1 KOMMENTAR

  1. Traurig, dass es das Bezirksamt Altona trotz niedriger Inzidenzwerte nicht gebacken kriegt, das Wildgehege Klövensteen umgehend zu öffnen. Zumal seit 22. Mai sogar bei Hagenbeck auf einen tagesaktuellen Test verzichtet wird.

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