Radler-Eldorado für ein paar Stunden: Die Initiative „Kurs Fahrradstadt“ hat schon mehrfach auf der Elbchaussee demonstriert.Foto: cvs/ Archiv

Von Christopher v. Savigny, Elbvororte

Die Elbchaussee als Radlerparadies: Wenn es nach der Initiative „Kurs Fahrradstadt“ geht, muss Hamburgs acht Kilometer lange Prachtmeile, die von Altona bis nach Blankenese führt, deutlich fahrradfreundlicher werden als geplant. „Es muss Schluss sein mit der Denke, auch weiterhin 32.000 Autos täglich auf der Elbchaussee unterzubringen“, sagt Kai Ammer, Sprecher der Initiative.

Schon in der Vergangenheit hatte die Ini die Umwidmung der Elbchaussee in eine sogenannte „Fahrradstraße“ vorgeschlagen. Auf Fahrradstraßen gilt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren und sind dem motorisierten Verkehr gegenüber im Vorteil, da dieser besonders auf sie Rücksicht nehmen muss. Was ursprünglich als Aprilscherz gedacht war, klingt inzwischen immer ernsthafter. „Wer Fahrradstadt sein will, darf nicht Autostadt leben“, so der Initiativensprecher.

Damals noch in Sachen Osterstraße unterwegs: Initiativensprecher Kai Ammer 2014. Foto: cvs/Archiv.

Seit Mai wird der 4,2 Kilometer lange erste Abschnitt zwischen Manteuffel- und Parkstraße saniert (das Elbe Wochenblatt berichtete). Streitpunkt Nummer eins sind die geplanten Radwege, die – aus Platzmangel – nicht durchgehend gebaut werden können. Alle paar hundert Meter müssen Radfahrer zwischen ungeschützter Fahrbahn, Radfahrstreifen (zum Teil als baulich abgesetzter „Kopenhagener Radweg“) und Schutzstreifen wechseln.
Als zweiten Vorschlag bringt die Initiative eine Einbahnstraßenregelung, wie sie während der Bauzeit vorgesehen ist, als Dauerlösung ins Spiel. Je nach Bedarf im Berufsverkehr wird die Fahrtrichtung zweimal täglich gewechselt. Vorteil: Es bliebe genügend Platz, um beidseitig Radwege anzulegen.

Laut Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) wurde die Idee einer Fahrradstraße geprüft. „Eine Umwidmung ist rechtlich nicht möglich, da der Radverkehr laut Straßenverkehrsordnung vorherrschende Verkehrsart sein müsste“, sagt eine Sprecherin. Auch könne dauerhaft keine Einbahnstraße eingerichtet werden, da keine Umleitungsmöglichkeiten vorhanden seien, sodass der Verkehr in die Wohngebiete verdrängt würde. Eine solche Einrichtung wäre aufwändig und teuer. „Dazu kommt, dass mit einem einstreifigen Richtungsverkehr keine regelkonformen Radverkehrsanlagen möglich sind“, so die LSBG-Sprecherin.

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