Uwe Schneider (Foto) tritt im Wahlkreis 23 gegen Metin Hakverdi (SPD), Manuel Sarrazin (Grüne) und Olga Petersen (AfD) an. Foto: pr

Bundestagswahl: Interview mit Uwe Schneider, CDU-Direktkandidat im Wahlkreis 23 (Harburg, Wilhelmsburg, Bergedorf)

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.“ Während der Sommermärchen-WM 2006 hatten die Spieler der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft Xavier Naidoos Lied „Dieser Weg“ als Motivation gehört und mitgesungen – bei Fahrten im Mannschaftsbus zum Training und zu den Spielen. Am Ende wurde das Team bei diesem Turnier Dritter. Uwe Schneider steht ebenfalls ein steiniger, beschwerlicher Weg bevor. Doch mit einem dritten Platz wird er nicht zufrieden sein. Der Harburger CDU-Kreisvorsitzende möchte bei der Bundestagswahl im September den Wahlkreis 23 (Harburg, Wilhelmsburg, Bergedorf) gewinnen. Wie soll das klappen? Das erklärt der Eißendorfer im Wochenblatt-Interview.

Sie treten in einem Wahlkreis an, der bislang immer an die SPD ging. Sie sind nicht über die Landesliste abgesichert, im ganzen Land gibt’s heftigen Gegenwind für die CDU. Die Rahmenbedingungen für einen Wahlsieg waren schon mal günstiger, oder? Die derzeitigen Rahmenbedingungen sind wie sie sind… das betrifft letztlich alle Parteien.

Warum können Sie trotzdem gewinnen? Ich bin davon überzeugt, dass die Chancen, den Wahlkreis zu gewinnen, nie besser waren. Schließlich kommt es jetzt auf eine kompetente zuverlässige Politik an, die unser Land nach der Pandemie wieder in die Spur bringt. Das kann nur die CDU und letztlich stehe ich dafür im Wahlkreis. Am Ende des Tages kommt es darauf an, die Wähler von sich zu überzeugen, und da werden die Wähler sehr schnell merken, dass ich für dieses Mandat brenne – und das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeit für den Wahlkreis aus. Die Menschen wissen, dass ich unseren Wahlkreis hervorragend vertreten werde. Schon allein, durch meine Aufgabe als Abgeordneter der Bezirksversammlung kenne ich die großen und kleinen Sorgen der Menschen.

Die Kandidatenkür und deren Ergebnis haben Teile der CDU-Basis verschreckt. Können die Harburger und Bergedorfer Christdemokraten noch rechtzeitig in den Wahlkampfmodus umschalten? Wir als CDU hatten das große Glück, zwei ausgezeichnete Kandidaten gehabt zu haben. Letztlich kann es nur einer werden und die Entscheidung fiel auf Armin Laschet. Die ruhige und sachliche Art von Armin Laschet wird bei den Wähler sehr gut ankommen, weil er mit dieser Art unser Land in die Zukunft führen muss. Sowohl die Harburger, Bergedorfer und Wilhelmsburger Christdemokraten sind immer im Wahlkampfmodus. Schließlich zeigen wir Tag für Tag, was wir in unserem Wahlkreis als CDU bewirken.

Wahlkampf in Corona-Zeiten ist eine besondere Herausforderung. Haustürbesuche oder Großveranstaltungen bieten sich derzeit nicht an. Was planen Sie? Die aktuelle Coronaentwicklung lässt hoffen, dass auch Veranstaltungen möglich sein könnten… somit natürlich auch die Vor-Ort-Gespräche und darauf freue ich mich jetzt schon. Ich denke, dass ein Onlinewahlkampf, wie zum Beispiel über die gängigen Social Media Kanäle, auch seine Reize hat.

Erhalten Sie Wahlkampfunterstützung durch CDU-Prominenz? Wird Armin Laschet nach Harburg kommen? Ich denke schon, dass es Unterstützung geben wird. In welcher Form dies stattfindet, hängt auch von der Corona-Entwicklung ab. Letztlich muss ich den Wahlkreis aber alleine gewinnen.

Was möchten Sie in Berlin für den Wahlkreis Harburg/Bergedorf erreichen? In erster Linie werden wir in Berlin Rahmenbedingungen schaffen müssen, die den Menschen, den Handwerksbetrieben, dem Mittelstand, der Industrie, den Sportvereinen, den Kulturstätten usw. im Wahlkreis helfen, wieder die wirtschaftliche Stärke zu erreichen, die sie vor der Pandemie hatten. Das fängt bei der Digitalisierung in jeglicher Hinsicht (Verwaltung Wirtschaft, Schule etc.) an und hört bei der einfachen Beantragung von Fördermitteln auf.
Die Pandemie hat uns ganz klar vor Augen geführt, was in Deutschland nicht funktioniert. Wir müssen dahin kommen, den Menschen pragmatische Lösungen anzubieten. Aufgabe wird es auch sein, den Wahlkreis weiter zu stärken. Das geht zum einem mit Förderungen für vorhandene Einrichtungen, aber auch mit neuen inovativen Projekten, die im Wahlkreis als Leuchtturmprojekte angesiedelt werden können, wie zum Beispiel die Produktion von Wasserstoff.

Sollten Bundestagsabgeordnete ihre Nebeneinkünfte auf den Euro genau angeben müssen? Bei Abgeordneten gelten immer höhere Maßstäbe der Transparenz als bei anderen Menschen. Das ist auch richtig so, daher ein klares Ja.

Was muss getan werden, um die Klimaziele zu erreichen? Ist ein früherer Kohleausstieg als 2038 nötig? Um die Klimaziele zu erreichen, ist der Kohleausstieg nur ein Baustein. Wichtig in dieser Betrachtung ist auch eine wirtschaftliche Verträglichkeit der jeweiligen Maßnahmen. Es ist keinem geholfen, wenn wir die Klimaziele erreichen und die Menschen dann ohne Job und Einkommen dastehen. Ich glaube, wir müssen in diesem Thema viel großflächiger denken. Es macht keinen Sinn, wenn Deutschland allein versucht, das Klima zu retten. Dies ist eine europäische und auch weltweite Aufgabe. In diesem Kontext ist es auch wichtig, sich neuen Technologien zu widmen. Auch hier kann unser Wahlkreis als Forschungsstandort nur gewinnen.

Der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 aus Russland durch die Ostsee nach Deutschland ist heftig umstritten. Soll die Pipeline zu Ende gebaut werden? Ja, sie ist umstritten. Nun sind wir allerdings bereits kurz vor dem Abschluss der Pipline. Wirtschaftlich macht es keinen Sinn, das Projekt jetzt noch zu stoppen. Durch die Lieferung von Erdgas hat sich Deutschland den Zugriff auf diese Ressource gesichert. Schon allein durch den Wegfall von Überlandtransfers ist Deutschland in diesem Sektor unabhängiger. Wir müssen aber auch darauf achten, dass wir uns nicht vom russischen Gas abhängig machen.

Uwe Schneider
Alter: 46,
verheiratet, zwei Kinder
Wohnort: Eißendorf
Beruf: kaufmännischer Angestellter
Hobbys: Fußball, Tennis

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here