Die Mitglieder der 2020 gegründeten Initiative „pro Eidelstedter Feldmark“ kämpfen für deren Erhalt. Zu den Aktiven gehören Marie Teske (r.) und Horst Becker (l.). Foto: rs

Initiative sorgt sich um Landschaftsschutzgebiet – Nabu und Behörden teilen die Bedenken nicht

Was wird aus der Eidelstedter Feldmark? Im vergangenen Jahr hat sich eine Initiative „pro Eidelstedter Feldmark“ gegründet, deren Mitglieder sich Sorgen um den Fortbestand dieses Gebietes zwischen Kieler Straße und Autobahn A7 machen. Diese Fläche gilt als Landschaftsschutzgebiet, in zahlreichen Paragrafen ist festgelegt, was erlaubt und was verboten ist. Doch bei der verzweifelten Suche nach Bauland könnte auch die Feldmark ins Visier geraten, befürchtet die Ini.

Wir fordern, dass der Pachtvertrag offengelegt wird
Horst Becker,
pro Eidelstedter Feldmark

Seit einiger Zeit tragen sich Dinge zu, die bei den Umweltaktivisten für Stirnrunzeln sorgen. So wurde eine stadteigene Fläche neu verpachtet, angeblich über einen privaten Makler, so Horst Becker, Ex-Grüner und ehemals Bürgerschaftsabgeordneter: „Wir befürchten, dass der Grünordnungsplan sukzessive ausgehöhlt wird.“ Der Namen des Pächters werde nicht genannt, so Becker. Doch Geheimniskrämerei weckt Misstrauen. Becker: „Wir fordern, dass der Pachtvertrag offengelegt wird.“

Die Umweltbehörde erklärt auf Anfrage des Wochenblatts, dass eine Fläche zwischen Eidelstedter Dorfstraße, der Mühlenau und dem Flüsschen Düngelau sowie dem Olloweg neu verpachtet wurde. „Der neue Pächter ist ebenfalls ein landwirtschaftlicher Betrieb.“ Zum Namen des Pächters äußerte sich die Umweltbehörde ebenfalls nicht, räumte aber ein, dass ein „privater Dienstleister“ als Makler „tätig“ geworden sei. Das sei aber nicht ungewöhnlich. Im Übrigen sei der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) zuständig, der zur Finanzbehörde gehört.

Eine Pressesprecherin der Finanzbehörde versucht, um die Feldmark besorgte Eidelstedter zu beruhigen. So sei auch der Neu-Pächter „verpflichtet, die Vorschriften des Umweltschutzes, insbesondere des Naturschutzes, des Pflanzenschutzes und des Boden- und Gewässerschutzes, einzuhalten“.

Grünen-Chef: Flächen ökologisch entwickeln

Christian Gerberich vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erklärte, es gebe „nach meiner Kenntnis keine Absichten, den Landschaftsschutz aufzuheben oder auszuhöhlen“. Ali Mir Agha, Chef der Grünen-Fraktion in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, geht einen Schritt weiter: „Nein, im Gegenteil: Teilweise sollen die geschützten Flächen im ökologischen Sinn weiterentwickelt werden und zum anderen die im B-Plan ausgewiesenen Parkflächen entwickelt werden.“

Vor gut 20 Jahren sollten Teile der Feldmark bebaut werden

Marie Teske, Mitgründerin von „pro Eidelstedter Feldmark“, erinnerte daran, dass schon vor gut 20 Jahren die Feldmark ins Visier der Planer geriet: Große Teile sollten bebaut werden. Engagierte Eidelstedter konnten das – teilweise – verhindern.

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