Foto: Aktion-Groß-Sand-bleibt

Bis Ende Juni will das Erzbistum Hamburg den Verkauf des
Wilhelmsburger Stadtteilkrankenhauses Groß-Sand unter Dach und Fach gebracht haben. Asklepios hat kein Interesse

Wilhelmsburg. Ende Juni will das Erzbistum Hamburg den neuen Träger für das Krankenhaus Groß-Sand gefunden und die Verträge unterschrieben haben. „An unserem Zeitplan hat sich nichts geändert“, sagt Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums. Nur noch ein Bewerber soll im Rennen sein – und das ist nicht der Asklepios Konzern. Asklepios hat kein Angebot abgegeben.
Ein gemeinnütziger Träger hätte wohl gern verhandelt, soll aber nicht einmal gefragt worden sein. „Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass das Bistum zwar mit profitorientierten Krankenhausbetreibern wie Asklepios Verkaufsverhandlungen führt, mit gemeinnützigen evangelischen Trägern aber nicht einmal zu Anfangsgesprächen bereit war“, sagt Hartmut Sauer (Verein Zukunft Elbinsel). „Wenn das Bistum den Eindruck erweckt, man habe mit allen interessierten Trägern Gespräche geführt, so entspricht dies nicht der Wahrheit.“ Kommentar des Erzbistumssprechers Nielen: „Diese Behauptung ist nicht richtig.“
Bei einem mehr auf Rendite fokussierten Träger droht aus Groß-Sand ein Krankenhaus „light“ zu werden. Auch die Umwandlung der Klinik in ein Medizinisches Versorgungszentrum, in dem angestellte Ärzte in einer ambulanten Großpraxis behandeln, vielleicht mit einer kleinen angeschlossenen Klinik, gilt als mögliches Szenario.
Die „Aktion Krankenhaus Groß-Sand bleibt!“ setzt sich dafür ein, dass die Stadtteilklinik Groß-Sand für die Grund-, Regel- und Notfallversorgung erhalten bleibt. Ärmere Stadtteile wie Wilhelmsburg, die Veddel und Harburg, in denen die Corona-Infektionszahlen deutlich über dem Hamburger Durchschnitt lägen, bräuchten mehr und nicht weniger Arztpraxen sowie mehr und nicht weniger Krankenhausbetten als im Durchschnitt.
Von Sozialsenatorin Melanie Leonhard fordert Manuel Humburg (Krankenhaus Groß-Sand bleibt), das UKE als möglichen kommunalen Träger ins Spiel zu bringen: „Warum weigern Sie sich? Ein entsprechender Anruf im Bistum würde dort alles verändern.“
Die Antwort von Martin Helfrich, dem Sprecher der Sozialbehörde, macht wenig Hoffnung: „Die Entscheidungen über den weiteren Fortgang werden nicht von der Stadt Hamburg, sondern der Eigentümerin getroffen. Ich bitte vor diesem Hintergrund um Verständnis, dass wir mögliche Überlegungen nicht eingehender bewerten können.“
Sicher scheint allein, dass über die Zukunft von Groß-Sand nicht der Papst in Rom bestimmt. „Die Entscheidung wird vom Erzbistum Hamburg getroffen“, stellt Manfred Nielen klar.

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