Thore Debor vom Clubkombinat. Foto: Peter Eichelmann

Thore Debor vom Clubkombinat wünscht sich Dialogbereitschaft vom Senat. Von KP Flügel.

Seit mehr als einem Jahr – mit kurzer Unterbrechung im letzten Sommer – sind die Hamburger Clubs pandemiebedingt geschlossen. Thore Debor, Geschäftsführer des Clubkombinats, wünscht sich vom Senat die Bereitschaft zum Dialog, um über die Perspektiven der Clubs zu sprechen. Der Fortschritt bei den Impfungen sollte Anlass sein, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, unter welchen Bedingungen die Clubs wieder öffnen können. „Was ist, wenn 50, 60 oder 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind? Was ist, wenn wir eine Herdenimmunität haben? Wann kann das Tanzverbot aufgehoben werden? Es wird Zeit, dass wir in einen Dialog treten mit dem Senat, um auszuloten, was denkbar ist.“ Gespräche darüber hätten bisher nicht stattgefunden.

Es droht Fachkräftemangel nach der Pandemie

Thore Debor ist sich sicher, dass ein Restrisiko bleiben wird. „Wir müssen mal beginnen, uns darüber zu unterhalten, wie groß darf es denn sein?“ Der Geschäftsführer des 2004 gegründeten Clubkombinats als Interessenverband der Hamburger Club-, Party- und Kulturereignisschaffenden kritisiert die Politik für ihr kurzfristiges Auf- Sicht-Fahren.

„Das machen wir seit über einem Jahr mit. Jetzt wären wir mal an der Reihe, dass sich mit unseren Themen beschäftigt wird.“ Anerkennend lobt Debor das Engagement von Kultursenator Brosda, der – auch in den Medien – für die Clubkultur in die Bresche springe. „Leider ist er nur ein Senatsmitglied unter mehreren. Für uns ist das Bittere in der Pandemie, dass die Kulturnation Deutschland die Kultur nicht so hochhält, obwohl wir die Kunstfreiheit im Grundgesetz geregelt haben. Als letztes Glied in der Kette gesehen zu werden“, seufzt Thore Debor, „das ist hart.“

Da es gar keine genaue Öffnungsaussicht gibt, nage die Perspektivlosigkeit an der Psyche. Es sei dem Clubkombinat zwar gelungen, mit dem Senat einen Club-Rettungsschirm zu vereinbaren. Fixkosten wie Miete und Versicherungen würden durch die Stadt Hamburg, federführend durch die Kulturbehörde, gedeckt. Auch gebe es Überbrückungshilfen des Bundes. „Nicht gedeckt werden Personalkosten für die Clubbetreiberinnen, die täglich weiterarbeiten, um ihren Club zu erhalten.“

Viele der Techniker oder Thekenkräfte arbeiteten im Impfzentrum oder bezögen Hartz IV oder Kurzarbeitergeld. Oder hätten sich andere Jobs besorgt. Daher befürchtet Thore Debor: „Wir werden uns alle umgucken, wenn es wieder losgeht, wie viele Leute uns verlorengegangen sind. Da werden wir einen sehr großen Fachkräftemangel merken. Wahrscheinlich werden wir gar nicht so viele Konzerte machen können, wie wir eigentlich machen wollen, weil uns das Personal fehlt.

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