Rasante Fahrt in der olympischen Bootsklasse 49er FX. Foto: Kolja Völkers

Von Jens Beeskow. Sie gehören zu den größten deutschen Segel-Talenten und haben auch schon bei Erwachsenen-Regatten für einiges an Aufsehen gesorgt. Doch Olympia 2021 kommt für die Juniorinnen Marla Bergmann (19) und Hanna Wille (20) vom Mühlenberger Segel-Club noch ein wenig zu früh. Aktuell versuchten die Elbmädels, die vor knapp zweieinhalb Jahren in die rasante olympische Bootsklasse 49er FX gewechselt sind, sich trotz Corona bestmöglich auf die Junioren-Weltmeisterschaft im Juli in Polen vorzubereiten.
Bis zur WM im Juli sind keine Wettkämpfe in Sicht

Die Olympischen Spiele in diesem Jahr in Tokio waren von Beginn an kein wirklich realistisches Ziel. Zu groß ist noch der Erfahrungsvorsprung der Konkurrenz im Erwachsenenbereich, den man in diesem olympischen Zyklus noch nicht aufholen konnte.

Daher hatte man auch nicht für die notwendigen Qualifikationsregatten in Übersee gemeldet. Olympia 2024 in Paris, beziehungsweise die olympischen Segelwettbewerbe auf dem Mittelmeer vor Marseille, sind allerdings sehr wohl im Fokus von Marla und Hanna.
Bis dahin gilt es, im Juniorenbereich in der Spitze dabei zu bleiben, Medaillen zu holen, sich ab und an bei Senioren-Regatten zu zeigen und vor allem: Erfahrungen zu sammeln. Doch auch im Segelsport hat die allgegenwärtige Corona-Pandemie deutliche Auswirkungen.
Verbrachten sie den Winter sonst eigentlich in südlicheren Segelrevieren in Portugal, Spanien oder Frankreich, so blieben die Elbmädels diesmal in heimischen Gefilden. „Wir waren viel im Gym, haben Kraft und auch Gewicht aufgebaut. Da haben wir gute Fortschritte gemacht und sind sehr happy damit, weil wir zuletzt immer etwas zu leicht waren“, erklärt Marla Bergmann. Darüber hinaus könne man am Olympiastützpunkt in Kiel die Infrastruktur des Deutschen Segler-Verbandes nutzen, auch wenn es natürlich alle Regelungen zum Schutz vor einer Corona-Infektion einzuhalten gilt.

„Allerdings“, beklagt Hanna Wille, „haben wir praktisch keine internationalen Wettkämpfe in Aussicht, abgesehen von der Junioren-WM im Juli, was unter den gegebenen Umständen aber auch nicht zu 100 Prozent sicher ist, ob die tatsächlich stattfindet.“ Die letzten Regatten waren die Kieler Woche 2020, die Junioren-DM, wo sie nach langer Pause mit Rang fünf unter den eigenen Möglichkeiten geblieben waren. Im Herbst letzten Jahres hatten die Hamburgerinnen dann allerdings erstmals richtig abgeliefert, als sie auf dem Attersee in Österreich bei der Senioren-EM einen starken 18. Platz belegen und die inoffizielle U21-Wertung gewinnen konnten.

Seither aber ist es nichts mit internationalen Wettfahrten. „Immerhin kommen wir in Kiel aufs Wasser und können zumindest DSV-intern Trainingsregatten fahren“, berichtet Hanna. Aber das sei nicht das Gleiche. „Es wäre schon interessant zu sehen, wer im Winter welche Fortschritte gemacht hat, und ob unser eigenes Training im Vergleich dazu effektiv war“, ergänzt Marla.

Ob noch vor den Junioren-WM in Polen zu einem Leistungsvergleich kommen kann, steht derzeit in den Sternen. Dennoch können die deutschen Talente durchaus optimistisch auf die nächsten Herausforderungen schauen. Und die „Vorbereitung“ auf die nächsten Olympischen Spiele, die startet ja erst nach den diesjährigen. Bis dahin können sie ja einfach noch ein wenig für Aufsehen sorgen.

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