Wegen der hohen Besucherzahlen ist die Lage im Abrigado auf dem Schwarzenberg seit Jahren fast katastrophal. Foto: mag

An der Buxtehuder Straße 31 ist für die Drogenhilfe-Einrichtung und die Harburger Tafel ein gemeinsamer Neubau geplant

Das Abrigado, die Drogenhilfe-Einrichtung auf dem Schwarzenberg, wird umziehen. An der Buxtehuder Straße 31 lässt das städtische Unternehmen Fördern&Wohnen (F&W) einen Neubau errichten. Dort soll neben dem Abrigado auch die Harburger Tafel untergebracht werden. Außerdem sind Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende geplant.
„Das Gebäude wird unterschiedliche Eingänge erhalten“, heißt es in einer Mitteilung der Senatspressestelle, „in den unterschiedlichen Gebäudeteilen können dadurch weitere Möglichkeiten geschaffen werden.“ Wie groß der Neubau wird, wie viele Wohnungen vorgesehen sind, wann die Bauarbeiten starten oder wie teuer das Gebäude wird, steht noch nicht fest. „Unsere Baufachleute schauen gerade, wie sich die Beschaffenheit des Grundstücks mit den Nutzungsanforderungen vereinbaren lässt“, sagt F&W-Sprecherin Susanne Schwendtke.
Nachdem die Standortentscheidung gefallen ist, sollen, so teilt der Senat mit, an den konkreten Planungen auch lokale Akteure beteiligt werden. Daran hat es bislang gefehlt. Die Sicherheitskonferenz Harburg, die sich seit Jahren mit dem Thema Abrigado befasst, wurde von der Entwicklung überrascht. Ebenso die Bezirksversammlung.
„Welche weiteren Standorte sind vorgeschlagen worden? Aus welchen Gründen wurden diese verworfen?“, fragt Harburgs CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer, der befürchtet, dass ein großer Neubau Probleme schaffen kann: „Wie ist sichergestellt, dass es nicht zu einem weiteren Zulauf von Abhängigen aus anderen Hamburger Stadtteilen oder dem Umland kommt?“
Zustimmung zu den Behördenplänen gibts von Claudia Loss (SPD). „Der Standort ist gut gewählt“, sagt die Heimfelder Bürgerschaftsabgeordnete, „der Weg zum Harburger Zentrum und zur nächsten S-Bahn-Haltestelle ist nicht weit. Die Menschen werden nicht an den Stadtrand abgeschoben.“

Abrigado
Der Verein freiraum hamburg hat das Abrigado im Jahr 1994 auf dem Schwarzenberg eröffnet. Drogenabhängige könen hier in geschützter Atmosphäre und unter hygienisch einwandfreien Bedingungen ihre Drogen konsumieren. Es gibt Beratung ebenso wie medizinische Erstversorgung. Ursprünglich war das Abrigado auf 80 Nutzer täglich ausgelegt. Nachdem in anderen Hamburger Stadtteilen zwei ähnliche Einrichtungen geschlossen wurden, stieg die Besucherzahl im Abrigado sehr stark an, inzwischen kommen pro Tag bis zu 250 Drogenabhängige. Beschwerden von Nachbarn häufen sich, die Polizei muss verstärkt eingreifen.

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