Großvorhaben: An der Kirchenwiese entstehen innerhalb der nächsten vier Jahre rund 190 Wohnungen. Foto: cvs

Ch.v. Savigny, Georgswerder. In Georgswerder ist derzeit einiges im Umbruch: Neben der Schule Rahmwerder Straße hat der städtische Projektentwickler IBA einen Quartiersplatz gebaut, auf dem Kinder herumtoben und Erwachsene sich zu einem Schnack treffen können. Auf einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern soll das noch in der Planung befindliche Gewerbegebiet Fiskalische Straße künftig Platz für Handwerks- und Industriebetriebe bieten. Größtes Bauprojekt ist aktuell die Kirchenwiese: Dort entsteht bis 2025 ein Quartier mit 190 Wohnungen. Anwohner kritisieren den Umfang der Bebauung und den massiven Kahlschlag auf der Wiese.
Noch fehlt es in Georgswerder an Infrastruktur: Die HVV-Anbindung ist dürftig (eine Buslinie mit 20-Minuten-Takt), es gibt nur wenige Geschäfte und kaum Ärzte. Die Wilhelmsburger SPD fordert daher, den Stadtteil als RISE-Fördergebiet auszuweisen. „Die Maßnahmen der IBA und der igs (Internationale Gartenschau, d. Red.), die in anderen Teilen der Elbinsel einiges zum Positiven verändert haben, sind in Georgswerder nicht in gleichem Maße angekommen“, erklärt Michael Weinreich, Regionalausschuss-Vorsitzender und Wilhelmsburger SPD-Bürgerschaftsabgeordneter.
RISE steht für „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“. Ziel ist es, die Lebensqualität in Quartieren zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Das Programm will auch bei den Themen Bildung, Familie und Bürger-Mitwirkung unterstützend wirken. Der Förderzeitraum liegt üblicherweise bei sieben Jahren. Gefördert werden können auch Projekte örtlicher Vereine, Initiativen sowie Haus- und Grundeigentümer.
Aktuell existieren in der Hansestadt 21 RISE-Quartiere und 33 Fördergebiete. Die zunächst unlogisch wirkende Differenz zwischen den beiden Zahlen rührt daher, dass einige Quartiere mehrfach gefördert werden.
Die Elbinseln haben mit der Veddel (seit Dez 2020) und dem Korallus- und Bahnhofsviertel (08/2019) bislang zwei Fördergebiete (Schwerpunkt in beiden Fällen: „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“). RISE wird zu einem Drittel vom Bund getragen und zu zwei Dritteln von der Stadt.
Konkret möchte Michael Weinreich die Verbindung über die Doveelbe verbessern (bislang gibt es nur eine Fußgängerbrücke) und mindestens ein Café und ein Stadtteilbüro nach Georgswerder holen. Der Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel hat dem SPD-Antrag zugestimmt, jetzt ist die Bezirksversammlung Mitte gefragt. „Ich hoffe, dass wir nach den Sommerferien klarer sehen“, sagt Weinreich.

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