Geimpfte sollen mehr Freiheiten als Nichtgeimpfte erhalten. Als Nachweis für den Impfstatus kann derzeit nur das gelbe Impfbuch dienen. Den angekündigten digitalen Impfpass gibt es noch nicht. Foto: trine zimmermann

Das Licht am Ende des Tunnels wird heller. Impfungen, Schnelltests und Ausgangssperre wirken. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist unter die 100er-Grenze gefallen. Am Donnerstag betrug sie 89,5. Liegt die Inzidenz fünf Tage hintereinander unter 100, wird es in Hamburg lockerer werden: Dann steht die Ausgangssperre, eine massive Grundrechtseinschränkung, vor dem Aus. Bürgermeister Peter Tschentscher kündigte „vertretbare Lockerungen“ an. Genesene und Geimpfte sollen bundesweit mehr Rechte bekommen.
Das Corona-Virus trifft Hamburgs ärmere Stadtteile am stärksten. Deshalb versorgt die Sozialbehörde inzwischen ausgewählte Schwerpunktpraxen in den Stadtteilen Wilhelmsburg, Hausbruch, Steilshoop, Bramfeld, Veddel, Lurup, Billstedt, Jenfeld und Lohbrügge mit zusätzlichem Impfstoff.
Auf der Veddel haben Einrichtungen und Schulen eine breite mehrsprachige Informationskampagne gestartet. Ähnliche Aktionen sind in den anderen Corona-Hotspots geplant.
Auch in vier Krankenhäusern werden in den nächsten Wochen Corona-Schutzimpfungen angeboten: im Albertinen-Haus in Schnelsen, im Bethesda Krankenhaus Bergedorf, im Asklepios Klinikum Nord in Langenhorn und im Asklepios Klinikum Harburg. Im Agaplesion Diakonieklinikum in Eimsbüttel wird an den Wochenenden bereits geimpft.
WICHTIG: Termine werden nicht über die Klinik, sondern telefonisch über Tel 116 117 oder online über impfterminservice.de vergeben. Die Impfungen in Krankenhäusern dürfen derzeit nur berechtigte Personen im Alter von über 70 Jahren nutzen. Sie können sich entscheiden, ob sie die Schutzimpfung im Impfzentrum, einer Arztpraxis oder einem nahegelegenen Krankenhaus erhalten wollen.
An Hamburger Schulen wurden von Schülern und Schulbeschäftigten bereits über eine Million Schnell-Selbsttests durchgeführt. Zwischen 19. März und 22. April waren es genau 1.056.327 Schnelltests, von denen 1.128 positiv ausgefallen sind.
„Die kostenlosen Tests schaffen deutlich mehr Sicherheit in den Schulen – aber auch in Freizeit und Familie“, kommentierte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Zahlen des Robert-Koch-Instituts weisen zwischen dem 19. und 25. April die höchsten Inzidenzwerte aller Altersgruppen bei den Fünf- bis 24-Jährigen aus.
Nach den Maiferien am 17. Mai können auch die rund 21.000 Schüler der Klassen 5 und 6 wieder im Wechsel in die Schule gehen und in halbierten Klassen lernen. Möglich ist dies, weil 9.000 Abiturienten nach ihren Prüfungen nicht mehr am Wechselunterricht teilnehmen.
Seit über fünf Wochen ist auf dem Hamburger Aurubis-Werksgelände auf der Veddel ein umfunktionierter Reisebus im Einsatz, um allen Mitarbeitern auf dem großen Werksgelände regelmäßige Corona-Schnelltests anzubieten. Jetzt hat Aurubis diesen Service auf die Nachbarschaft ausgeweitet und bietet ab sofort Schnelltests außerhalb der eigenen Werksgrenzen an.
Mit zwei weiteren Bussen, die an zwei Tagen pro Woche an öffentlichen Plätzen in Veddel und Wilhelmsburg im Einsatz sind, ermöglicht Aurubis gemeinsam mit dem Dienstleister promedis24 noch mehr Testmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung. Damit können pro Tag 400 Schnelltests durchgeführt werden. Das Schnelltest-Angebot von Aurubis kann kostenlos genutzt werden.
Die Testbusse fahren folgende Stationen an:
>> Mittwoch 8 – 11 Uhr: Wilhelmsburger Platz am S-Bahnhof Veddel und der Schule auf der Veddel
>> Mittwoch 12 – 15 Uhr: Berta-Kröger-Platz, Marktfläche
>> Freitag 8 – 11 Uhr: Schule auf der Veddel und auf dem Parkplatz vom Hotel Leonardo gegenüber dem Penny Markt
>> Freitag 12 – 15 Uhr: Stübenplatz, Marktfläche
Das Testangebot soll vorerst bis einschließlich 14. Mai laufen, kann aber bei Bedarf verlängert werden. Die Anmeldung erfolgt direkt vor Ort.
Seit Freitag wird in ganz Hamburg auf etwa 100 Großplakatflächen – zum Beispiel an Supermarktfassaden und Parkplätzen – und 333 Litfaßsäulen mehrsprachig auf die Corona-Regeln, auf Schnelltests und auf digitale Informationsangebote hingewiesen.

Besondere Termine
Für gehörlose und taubblinde Menschen werden in der kommenden Woche im Impfzentrum in den Messehallen gesonderte Impfmöglichkeiten angeboten. Dafür stehen vor Ort Dolmetscher bereit.
Eine Terminbuchung ist nicht erforderlich, weder für die Impfung noch für das Angebot der Sprachmittler.
Je nach Altersgruppe ist ein bestimmter Tag vorgesehen. Das Impfangebot besteht jeweils in der Zeit von 16 bis 20 Uhr, und zwar am Montag: 71-80 Jahre, Dienstag: 61-70 Jahre, Mittwoch: 51-60 Jahre, Donnerstag: 41-50 Jahre, Freitag: 31-40 Jahre, Sonnabend: 16-30 Jahre.
Das Impfangebot richtet sich ausschließlich an Gehörlose und Taubblinde mit Wohnsitz in Hamburg, die im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen Gl oder TBl haben.
Eine Impfaktion für gehörlose und taublinde Personen im Alter von über 80 Jahren fand bereits im März statt.

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