Sorgt sich um Frösche, Kröten, Lurche in den Klövensteen-Teichen: Naturfreund Hans-Michael Lange. Foto: Privat

Von Dirk Andresen, Hamburg-West

Früher war er oft in Glaskugeln mit Wasser zu sehen, in Aquarien oder auch Gartenteichen. Schon vor mehr als 1.000 Jahren brachten es die Chinesen beim Züchten von Goldfischen zu beachtlichen Erfolgen. Was kaum bekannt ist: Der zur Familie der Karpfen gehörende Zierfisch kann auch zum ganz ruppigen Gesellen mutieren. Als Allesfresser verschlingt er auch kleine Frösche, Kröten, Molche und andere Amphibien. Im Westen Hamburgs, im Klövensteen bei Waldenau, gefährdet der rotgoldene „Killerfisch“ dort in zwei größeren Teichen angeblich den gesamten Bestand.

Hans-Michael Lange, Umweltaktivist und als Naturfreund schon sehr lange im Klövensteen unterwegs: „In beiden Gewässern wurden leider von Leuten, die offenbar nicht wussten, was sie anrichten, Goldfische ausgesetzt. Die vermehrten sich explosionsartig, in einem der Teiche vermute ich an die 100 Exemplare. Ich habe schon welche von 30 Zentimeter Länge gesehen.“

Die Fische fressen Amphibien-Larven, Froschlaich und sogar kleinere geschlüpfte Tiere. Lange: „Mich ärgert das schon lange. Der Amphibien-Bestand hier ist ernsthaft gefährdet. Ich habe schon Zettel aufgehängt und davor gewarnt, die waren schnell wieder abgerissen. Mann sollte die Goldfische unbedingt mit Netzen abfischen.“

Nicht ganz so dramatisch sieht Thomas Eckhoff von der Nabu-Stadtteilgruppe Hamburg-West die Situation: „Problematisch ist in der Tat, dass Goldfische sich rasend schnell fortpflanzen. Allerdings, diese Fische jagen nicht von sich aus aktiv wie Raubfische, beispielsweise Forellen und Hechte. Aber, wo viele Goldfische sind, werden auch Laich, Larven und kleinere Exemplare von Kröten, Fröschen und Molchen vernichtet.“

Hoffnung für die Amphibien nähere sich unterdessen aus der Luft: Jetzt kämen nämlich Graureiher und Störche zurück, so Eckhoff. Deren Junge würden bald schlüpfen und seien dann sehr, sehr hungrig. „Diese Vögel werden nach meiner Einschätzung genügend Goldfische fangen und das biologische Gleichgewicht auch im Klövensteen wieder herstellen. Allerdings: Den Appell dort keine Goldfische mehr auszusetzen, unterstützten wir vollauf.“

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