Protestplakate von Schülern und Eltern
Forderung an den Schulsenator

Es sollten nur ein paar Tage über Weihnachten und den Jahreswechsel werden, als der Senat die Schulen schloss: Es wurden viereinhalb Monate zuhause vor dem Computer sitzen – und ein Ende ist nicht abzusehen. Lediglich die Grundschulen und je 3 Klassenstufen an Stadtteilschule und Gymnasium durften seit 15.März unter Aufhebung der Präsenzpflicht im wochenweisen Wechsel an die Schulen. Berichteten Eltern, Kinderärzte, Psychologen und Pädagogen bereits im ersten Lockdown von erheblichen Schäden bei den Schülern, sind diese Schäden (psychisch, emotional, gesundheitlich, erhebliche Lernrückstände) mittlerweile unübersehbar. Es gibt zunehmend Studien, über die auch in den Medien berichtet wird.

angemeldete Kundgebung vor dem Rathaus
Plakate von Schüler und Eltern

Wegen all dieser Gründe kam eine kleine Gruppe von Eltern und Schülern am Dienstag auf dem Rathausmarkt zusammen, um – corona-konform – ihre Interessen mit Plakaten kundzutun. Der Wunsch nicht nur nach echten Wissensvermittlung, sondern auch nach sozialen Kontakten, nach Bewegung, Zeit weg von zu Hause – ohne Eltern sein zu dürfen …

War nach dem ersten Lockdown die allgemeine Erkenntnis, dass die Schließung von Schule und Kita das letzte Mittel in der Pandemie-Bekämpfung sein sollten, wurde diese Erkenntnis bereits im Herbst wieder vergessen. Obwohl weniger häufig infiziert, galten Schüler auf einmal als Überträger. Mehr und mehr gerieten Inzidenzzahlen in den Blick – die Schüler gerieten der Politik zunehmend aus dem Fokus. Eine Änderung war auch im April nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Ausgangssperre kam hinzu. Die Möglichkeit Sport für unter 14jährige wurde auf Kleinstgruppen (5 Kinder) beschränkt – und dass obwohl die Impfquote steigt und die Infektionszahlen stagnieren und mittlerweile sinken.

Protestplakate von Schülern und Eltern
Forderung an den Schulsenator

Dies war die zweite kleine Kundgebung von Schülern und Eltern. Doch der Protest hat Fahrt aufgenommen: Briefe an den Bürgermeister und Schulsenator, Gespräche mit Medien, auch eine Petition für eine Teil-Schulöffnung (bei weiterhin aufgehobener Präsenzpflicht)

https://www.openpetition.de/petition/online/back-to-school-teil-praesenzbeschulung-fuer-alle-klassenstufen (Kurzlink: https://t1p.de/ise3 )

Distanzunterricht ist eben kein Vergleich zu Unterricht in der Schule. Dazu ein paar gesammelte Schüler-Zitate: „Es wird nicht so gut erklärt wie in der Schule“. „Immer nur Aufgaben, Aufgaben – und wenig Rückmeldung von den Lehrern“. „Ich habe jetzt keine Lust mehr auf Lernen.“ –„Ich fand Schule immer doof, aber jetzt freu ich mich echt drauf.“

Und der Protest hat zumindest etwas erreicht: Die Klassen 5 und 6 an der Stadtteilschule und die Klasse 5 der Gymnasien dürfen nach den Maiferien im wochenweisen Wechsel in die Schule. Das ist ein erster Schritt, aber es fehlen noch so viele Klassenstufen – und es sind nur noch 7 Wochen bis zu den Sommerferien. Um den Schüler eine Motivation und Perspektive zu geben, und um eine Klassengemeinschaft zu erhalten bzw. wieder aufzubauen, müssen alle Schüler die Möglichkeit haben, tageweise wieder an die Schule kommen zu dürfen. Es wird noch ein anstrengender Weg bis dahin. Wer mithelfen will, dass dieser Weg erfolgreich endet schreibe an back_to_school@web.de

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