Für viele ein Traum: Gemüse aus eigenem Anbau. In Nicht-Pandemie-Zeiten kann man bei der Feldarbeit mithelfen. Foto: Solawi Superschmelz

Christopher von Savigny, Wilhelmsburg. In Pandemiezeiten steht „selber kochen“ auf dem Programm – und frische Zutaten sind entsprechend gefragt. Der vor drei Jahren gegründete Verein „Solawi Superschmelz“ (wobei „Solawi“ für „Solidarische Landwirtschaft“ steht) bietet seinen Mitgliedern regelmäßig frisches Gemüse aus gemeinschaftlichem ökologischem Anbau an.
Einmal im Jahr starten die neuen „Bietrunden“, bei denen sich die „Solawistas“ ihre Anteile sichern können. Aktuell hat der Verein mit seinen rund 650 Mitgliedern noch 50 Anteile für die Saison 2021/22 zu vergeben. „Der Richtwert liegt bei 600 Euro pro Anteil, das reicht normalerweise für ein bis zwei Personen“, erklärt Mitorganisatorin Anna Michalski. Wer nicht so viel Geld habe, könne auch weniger zahlen.
„In diesem Jahr sind besonders viele Mitglieder der Anregung gefolgt, in der Pandemiezeit auf ein solidarisches Gebot zu achten“, berichtet die Genossenschaftlerin. Rund 60 Gemüsesorten werden auf dem gemeinschaftlich bewirtschafteten, 4,5 Hektar großen Hof in Wistedt angebaut, darunter Klassiker wie Kopfsalat, Tomaten, Kürbis, Kartoffeln und Spinat, aber auch unbekanntere Sorten wie Postelein (ein urtümliches Blattgemüse, auch Winterportulak genannt), Palmkohl und gelbe Bete. Gedüngt wird mit hofeigenem Mist. Pestizide und Chemie kommen nicht zum Einsatz.
Noch am Erntetag wird das Gemüse in Kisten verpackt und auf die Depots verteilt, wo sich die „Solawistas“ ihren Anteil abholen können. In Wilhelmsburg gibt es in der Sanitas- und der Georg-Wilhelm-Straße derzeit jeweils ein Depot. Geliefert wird üblicherweise freitags. Da die Wachstumsphase gerade erst beginnt, liegt der Turnus im Moment noch bei zwei Wochen. „Das Gemüse wächst schließlich nicht schneller, wenn man daran zieht“, sagt Michalski. Im Ausgleich gäbe es derzeit viel Lagergemüse wie Kartoffeln und Rote Bete.
Zum Organisationsteam gehören je nach Aufwand zwischen fünf und 15 Personen, die teils ehrenamtlich, teils auf Stundenlohn-Basis mitarbeiten. Die Mitgliederschaft ist altersmäßig gemischt, von Studierenden bis Rentnern ist alles vertreten. Ursprünglich hatte der Verein geplant, zusätzliche Flächen in Moorburg zu bewirtschaften. „Das ist letztendlich daran gescheitert, dass der Boden zu belastet war“, berichtet Michalski. Für den aktuellen Bedarf reiche die Ackerfläche aus. „Wir wollen nicht mehr weiterwachsen.“

<< solawi-wilhelmsburg.de

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