Weitere Testzentren haben eröffnet: Auf dem Parkplatz neben der Barclaycard-Arena, in den GWE-Sportanlagen Julius-Vosseler Straße und Lutterothstraße und in der CU Arena (Foto). Foto: HNT

Corona-Pandemie: Inzidenz in Hamburg sinkt – Im Juni soll jeder, der möchte, einen Impftermin vereinbaren können – DRK Harburg bietet mehrsprachige Corona-Sprechstunden an  – auch an fünf Krankenhäusern wird jetzt geimpft

Aktualisierung: Das Agaplesion Diakonieklinikum in Eimsbüttel, das Albertinen-Haus in Schnelsen, das Bethesda Krankenhaus Bergedorf, das Asklepios Klinikum Nord in Langenhorn und das Asklepios Klinikum Harburg werden in den kommenden Wochen Impfstationen in Betrieb nehmen und Schutzimpfungen gegen Covid-19 anbieten. So sollen bis zu 3.000 Impfungen pro Woche möglich sein.
Im Agaplesion Diakonieklinikum wird bereits am Samstag, 1. Mai, gestartet mit einer Impfstraße und Terminen an den Wochenenden. Geimpft wird hier samstags und sonntags. Termine werden nicht über die Klinik, sondern telefonisch über 116 117 oder online über impfterminservice.de vergeben. WICHTIG: Diese Möglichkeit können NUR die derzeit zur Impfung berechtigten Personen im Alter von über 70 Jahren nutzen. Sie können damit entscheiden, ob sie die Schutzimpfung im Impfzentrum, einer Arztpraxis oder einem nahegelegenen Krankenhaus erhalten wollen.

Das Impfgeschehen nimmt an Fahrt auf. Allein 100.000 Impfdosen sollen in der ersten Maiwoche Hamburger Arztpraxen erreichen. Weitere 53.000 Dosen werden im Impfzentrum Messehallen erwartet. In Hamburg sind jetzt auch erstmals Menschen der Priorisierungsgruppe 3 aufgerufen worden, sich einen Impftermin zu holen: Beschäftigte in der Jugendhilfe sowie Beschäftigte aller Schulen. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel soll im Juni jeder, der möchte, einen Impftermin vereinbaren können.
Begonnen wurde in Hamburg mit Corona-Schutzimpfungen für Obdachlose. Mobile Impfteams suchen mehrfach die Einrichtungen des Winternotprogramms und Tagesaufenthaltsstätten auf. Verimpft wird der Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine Dosis für eine Immunisierung ausreicht. 4.800 Dosen dieses Impfstoffs stehen zur Verfügung.
Impfungen für Bewohner örtlicher Corona-Hotspots wie der Veddel, Lurup oder Harburg lehnt die Sozialbehörde ab. Ebenso eine bevorzugte Impfung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren – wie sie der Altonaer CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg vorgeschlagen hat.
„Eine frühzeitige Impfung dieser Gruppe wäre nicht nur besonders wirksam im Sinne des Infektionsgeschehens, sondern wäre für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch ein wichtiger Schritt Richtung Normalisierung in dieser für sie so wichtigen Lebensphase“, hatte Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, argumentiert.

Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren müssen schnellstmöglich ein Impfangebot erhalten

Marcus Weinberg
Bundestagsabgeordneter (CDU) aus Altona

Für „Stadtteile mit erhöhtem Informationsbedarf“ hatte die Sozialbehörde weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie angekündigt: Das Infomobil hat inzwischen seine Route vergrößert und besucht mehr Quartiere. „Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden fortlaufend ausgeweitet“, teilt Anja Segert (Pressestelle Sozialbehörde) mit.
„Anstatt die Testzentren in Lurup, Bahrenfeld und Osdorf zügig auszubauen, schickt die Behörde nur ein Infomobil“, kritisiert Medizinerin Katja Steffens, CDU-Bezirksabgeordnete aus Lurup.
In Stellingen, auf dem Parkplatz neben der Hamburger Barclaycard-Arena, hat ein Corona-Testzentrum seinen Dienst aufgenommen. Terminvereinbarungen sind unter www.coro nafreepass.de möglich.
Der SV Grün-Weiss Eimsbüttel (GWE) hat in der vergangenen Woche auf seinen zwei Sportanlagen Testcenter eröffnet, die man direkt auf dem Fahrrad oder natürlich auch zu Fuß ansteuern kann Die „Bike-in“- oder „Walk-in“-Stationen stehen in der GWE-Sportanlage Tiefenstaaken in der Julius-Vosseler-Straße 195 und im GWE-Sportzentrum in der Lutterothstraße 43, Termine gibt es unter www.corona-schnelltest.center
Hamburgs mit 60.000 möglichen Testungen pro Woche größtes Testzentrum ist weiterhin in der Altonaer Fischauktionshalle zu finden. In Eidelstedt wird ab Dienstag, ein Testzentrum im GesundAktiv-Zentrum des SVE am Furtweg eröffnet
In Neugraben, im VIP-Raum der CU Arena, direkt an der S-Bahn-Station, werden ebenfalls kostenlose Schnelltests durchgeführt. Eine gemeinsame Aktion des Sportvereins HNT, des Bürgerzentrums Süderelbe und der Neuwiedenthaler Apotheke. Terminbuchungen unter www.corona-test-neugraben.de erwünscht. Wer ohne Termin kommt, muss mit Wartezeiten rechnen.
Das DRK Harburg bietet im Willkommensbüro Süderelbe spezielle Info-Sprechstunden zu allen Themen rund um die Corona-Pandemie an. Und das nicht nur auf Deutsch, sondern mit Hilfe ehrenamtlicher Übersetzer auch in Arabisch, Farsi, Dari, Kurdisch (Sorani) und Englisch. Weitere Sprachen sollen folgen. „Besonders ansprechen möchten wir diejenigen, für die Informationen zu Covid-19 aufgrund von Sprachbarrieren oder sonstigen Hürden nicht überall verfügbar sind“, erklärt DRK-Projektleiter Sascha Thon. „Auch zu speziellen Fragen finden wir gemeinsam eine Antwort, zum Beispiel, ob die Corona-Impfung Bestandteile aus Schwein enthält.“
Die Info-Sprechstunden finden dienstags und donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr statt. Die Termine werden digital, telefonisch oder per Videochat abgehalten. Interessenten können während der Sprechstunde unter Tel 0163 / 56 96 415 anrufen oder eine Mail an coronainfo@drk-harburg.hamburg schreiben. Bei Bedarf wird eine Einladung für einen Videocall mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer verschickt.

 

„Wir lehnen niemanden ab, der uns kontaktiert“
Das DRK-Willkommensbüro Süderelbe bietet mehrsprachige Corona-Sprechstunden an. Interview mit Projektleiter Sascha Thon

Das DRK-Willkommensbüro Süderelbe bietet Corona-Sprechstunden an – insbesondere für Menschen, die sich wegen sprachlicher Schwierigkeiten nicht ausreichend informieren können. Das Wochenblatt sprach mit Teamleiter Sascha Thon.
Warum ist die Sprechstunde zeitlich begrenzt? „Das ist zunächst eine Testphase, die aus Projektmitteln finanziert wird. Sollte das Angebot gut angenommen werden, können wir ausbauen. Von jeweils 14 bis 16 Uhr nehmen wir derzeit die Anfragen an und prüfen, inwieweit eine Übersetzung nötig ist. Die wird dann bei Bedarf organisiert. Die Problemlagen der Menschen, die sich an uns wenden, sind komplex, oft ist Recherche nötig. Deshalb auch das Angebot per Mail.“

Wäre dieser Infoservice nicht während der gesamten Öffnungszeit des Willkommensbüros möglich? „Das können wir derzeit nicht leisten. Wir haben weitere Präsenzangebote, in denen wir die Menschen aus dem Quartier beraten. Der Aufklärungsgrad in der Bevölkerung ist übrigens durch die allgemeinen Informationswege recht hoch.“

Ist eine Ausweitung des Angebots oder die Einrichtung eines ähnlichen Angebots für Wilhelmsburg und die Veddel denkbar? „Wir lehnen niemanden ab, der uns kontaktiert. Wir hatten bereits Anfragen aus dem Stadtteil, die wir auch beantwortet haben.“

Gibt’s deswegen schon Gespräche mit dem Bezirk Mitte? „Wir sind auf verschiedenen Ebenen im regelmäßigen Austausch mit dem Bezirk, den Krisenstäben und Beratungsstellen. Dazu zählen auch unsere eigenen DRK-Angebote wie Stadtteiltreffs, Migrationsberatung für Erwachsene, Elternlotsen und unsere Wohnunterkunft Am Röhricht, die alle zusammen seit einem Jahr gute Arbeit bei der Aufklärung leisten.
Zwei unserer Projekte, die Alltagsbegleiter und das Team der Aufsuchenden Männer- und Väterarbeit, werden sich übrigens an der Kampagne des Bezirks ,Schütze Dein Harburg!‘ ab sofort mit Aktionen beteiligen: Die Kolleginnen und Kollegen verfügen über vielfältige Sprachkompetenz und verteilen die Infoflyer in Einkaufspassagen, an Bahnhöfen.“ Sie suchen auch Wohnunterkünfte und Schulen im Bezirk persönlich auf.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here