Landwirte fürchten, dass eine mögliche Öffnung der Alten Süderelbe erhebliche Auswirkungen für die Bewässerung ihrer Felder und Plantagen haben würde.Foto: andre lenthe fotografie

Seit das Forum Tideelbe im vergangenen Jahr vorgeschlagen hat, die Alte Süderelbe wieder an die Tideelbe anzuschließen, ist die Empörung bei Anwohnern und örtlichen Verbänden groß. Mit über 50 Traktoren haben Landwirte am Mittwoch gegen diesen Vorschlag demonstriert. Die Trecker-Demo führte von Neuenfelde über die Köhlbrandbrücke bis zum Jungfernstieg.
Hintergrund: Die seit der Sturmflut 1962 vom Hauptstrom der Elbe abgetrennte Alte Süderelbe hat sich zu einem Lebensraum vieler bedrohter Arten entwickelt. Das in Westerweiden und Finkenwerder Süderelbe aufgeteilte Gebiet steht komplett unter Naturschutz.
Von Menschen verursachte Eingriffe haben die Balance des Hauptstroms nachhaltig durcheinander gebracht. Die Verschlickung nimmt zu. Eine Wiederöffnung der Alten Süderelbe könnte etwas Abhilfe bringen. Allerdings würden die Naturschutzgebiete zerstört. Dennoch lehnen die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF lehnen diesen Schritt nicht ab. Anwohner sehen den Hochwasserschutz gefährdet und fürchten um die Sicherheit ihrer Häuser. Landwirte befürchten Auswirkungen für die Bewässerung ihrer Felder und Obstplantagen.
„Die Risiken einer offenen Alten Süderelbe überwiegen klar die angeblichen Vorteile“, sagt Andre Trepoll (CDU), Bürgerschaftsabgeordneter aus Süderelbe. „Die größten Gefahren liegen im Eindringen giftiger Stoffe und dem mit der Öffnung einhergehenden steigenden Wasserspiegel. Denn dadurch erhöht sich nicht nur die Überschwemmungsgefahr zulasten von über 70.000 Menschen, sondern es droht insbesondere die Vernichtung sensibler Flora und Fauna in einem heute sehr lebenswerten Biotop.“
Dass der Senat die Alte Süderelbe tatsächlich wie befürchtet öffnen möchte, steht allerdings keineswegs fest.

Das sagt die Umweltbehörde
Im Augenblick werden die Empfehlungen des Forums Tideelbe sowie die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien – auch zu einer möglichen Öffnung der Alten Süderelbe – innerhalb Hamburger Verwaltung beraten. Vor einer Entscheidung müsse erst eine Detailprüfung durchgeführt werden. „Diese dürfte schätzungsweise drei Jahre dauern“, sagt Björn Marzahn (Umweltbehörde).
Auf Grundlage der Detailprüfung wird der Hamburger Senat eine Entscheidung treffen – unter Berücksichtigung einer umfassenden Kosten-Nutzen-Abwägung.

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