Lobt die Windenergie: Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Foto: O. Hoffmann

Insgesamt 65 Windkraftanlagen produzieren in
Hamburgs Süden eine Leistung von rund 118 Megawatt

René Dan, Hamburg

Der 24. April ist der Tag der Erneuerbaren Energien (siehe Infotext). Hamburg wird mitunter als Deutschlands „Hauptstadt der Windenergie“ bezeichnet. Diesen schmeichelhaften Titel hat die Metropole auch drei ihrer Bezirke zu verdanken: Mitte, Harburg und Bergedorf. Denn dort befinden sich die 65 Windräder der Hansestadt.

Windkraft ist die
günstigste und
wettbewerbsfähigste Form unter den
Erneuerbaren Energien
Jens Kerstan,
Senator der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

Zusammen erbringen die Windkraftanlagen eine Leistung von rund 118 Megawatt, so die Umweltbehörde mit Blick auf 2018. Damit können fast 100.000 Haushalte mit Strom versorgt werden – ungefähr zehn Prozent der Hamburger Haushalte. Zudem betont Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne): „Windkraft ist die günstigste und wettbewerbsfähigste Form unter den Erneuerbaren Energien.“

Hamburgs besondere Rolle in der Windenergie geht auch auf die Messe „WindEnergy Hamburg“ zurück. Diese musste zwar vergangenes Jahr pandemiebedingt ausfallen, ist jedoch für 2022 erneut geplant. Bei der letzten „WindEnergy Hamburg“ im Jahr 2018 wurden die Messehallen zum Treffpunkt für mittelständische Betriebe, aber auch weltweit tätige Windenergiehersteller. Die 1.500 Aussteller aus 40 Ländern stellten sowohl die Neuheiten der Windenergienutzung an Land (Fachbegriff: „Onshore“) wie auch der Nutzung auf See (in sogenannten „Offshore-Windparks“) vor (siehe Infotext).

Massiver Arbeitsplatzabbau von 25 bis 30 Prozent

Auch tagtäglich wird in Hamburg und Umgebung an und für Windenergie gearbeitet. So sind im Branchennetzwerk „Erneuerbare Energien Hamburg“ (EEHH) rund 200 mittelständige Betriebe und große Unternehmen zusammengeschlossen. Zwei Säulen dieses Netzwerks sind Onshore- und Offshore-Windenergie.

Allerdings arbeiten immer weniger Menschen in der Windenergiebranche – auch weil die Klagen von Anwohnern gegen Windräder zunehmen. So wurden in Hamburg zuletzt im Jahr 2017 neue Windkraftanlagen fertiggestellt. Die letzten verfügbaren Windenergie-Beschäftigtenzahlen für Hamburg stammen aus dem Jahr 2016, als noch circa 10.270 Menschen in dieser Branche arbeiteten. Mit Blick auf Bund und Land erläutert EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens auf Anfrage: „Wir wissen, dass in den letzten Jahren ein massiver Stellenabbau – circa minus 25 bis 30 Prozent – in der bundesweiten Windenergie stattgefunden hat, der sich so ähnlich auch in Hamburg abbildet.“

Trotz Arbeitsplatzabbau und Schwankungen der Windstärke: Der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung steigt kontinuierlich – er ist in der Hansestadt allerdings sehr gering. So stammten in 2019 nur 2,6 Prozent der Stromerzeugung Hamburgs aus Windenergie. Der Anteil der Erneuerbaren Energien lag bei 7,1 Prozent. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum betrug der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung Deutschlands 20,9 Prozent und der Anteil der Erneuerbaren Energien lag bei 40,1 Prozent – mit jeweils steigender Tendenz.

 

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die fast unbegrenzt zur Verfügung stehen oder sich verhältnismäßig schnell erneuern. Dazu zählen Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie und Windenergie.
Erneuerbare Energiequellen gelten, neben der effizienten Nutzung von Energie, als wichtigste Säule einer nachhaltigen Energiepolitik. Im Zuge der Energiewende treten an die Stelle von Atom- und Kohlekraftwerken neue Stromlieferanten wie Windenergie- und Solaranlagen.
Aber Wind und Sonne sind nicht immer dann verfügbar, wenn Strom benötigt wird. Deshalb wird ein Energiesystem benötigt, das in der Lage ist, Schwankungen im Netz auszugleichen und den Verbrauchern immer genügend Strom bereitzustellen.

 

Windkraftanlagen

Bei der Windenergiegewinnung an Land („Onshore“) nutzen Windkraftanlagen „die Bewegungsenergie des Windes, die durch unterschiedliche Luftdruckverhältnisse in der Nähe der Erdoberfläche entsteht“, erläutert das „Informationsportal Erneuerbare Energien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Offshore-Energieanlagen werden in Deutschland zur Stromerzeugung 30 bis 40 Kilometer vor der Küste in bis zu 40 Metern Wassertiefe verankert. Hierbei nimmt Deutschland, so das Informationsportal Erneuerbare Energien, „eine Vorreiterrolle ein“, da ähnliche Anlagen „in den meisten anderen Ländern vorrangig in geringeren Entfernungen zur Küste“ errichtet werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here