Haltestelle Trabrennbahn: Gut 40 Minuten benötigt der HVV-Bus (Linie 3) laut Fahrplan vom Schenefelder Platz bis zum Rathausmarkt. Die Ende Dezember eingesetzte Zusatzlinie „X3“, die mehr als 50 Prozent der Haltestellen auslässt, ist zwar um ein Drittel schneller – allerdings gilt das nicht für Stoßzeiten. Foto: cvs

Schnelle Lösung von Initiative gefordert

Christopher von Savigny, Hamburg-West

Beim Blick auf den Verkehrsnetzplan des HVV fällt dem Betrachter meist recht schnell das große Loch im Hamburger Nordwesten ins Auge – zwischen den beiden Linien S1 in Richtung Wedel und S3 nach Pinneberg herrscht das blanke Nichts.

Mittlerweile seit Jahrzehnten warten die Bewohner des Osdorfer Born auf einen Anschluss an das Hamburger S- beziehungsweise U-Bahnnetz. Mit der versprochenen S32 könnte sich dies innerhalb der nächsten zehn bis 20 Jahre ändern. In einem gemeinsamen Antrag haben die Grünen und die SPD aus Altona jetzt den Senat dazu aufgefordert, bei der Planung mehr Tempo zu machen. „Angesichts des Projektes Science City und der neuen Wohnquartiere in Altona gilt es, keine Zeit mehr bei der S32 zu verlieren“, sagt Holger Sülberg, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion.

Wo zwei Spuren pro Fahrtrichtung vorhanden sind, kann man theoretisch jeweils eine Busspur einrichten

Jürgen Beeck,
Initiative Starten: BahnWest!

Aber auch für die Übergangszeit bis zur Fertigstellung der Schnellbahnanbindung brauche es überzeugende Alternativen zur Nutzung des Autos. „Separate Busspuren auf der hochfrequenten Achse Luruper Hauptstraße bis Stresemannstraße könnten diesen Umstieg herbeiführen und helfen, ein deutliches Ansteigen der Verkehrsbelastung zu vermeiden“, so Sülberg.

Doch der geforderte Umbau der Luruper Hauptstraße mit Extraspuren, die die – oft im Stau stehenden – Busse schneller machen soll, ist nicht ganz einfach: Erstens hat die Straße nur zwei Fahrspuren pro Richtung, außerdem wird die rechte Spur an einigen Stellen (meist legal) als Parkplatz genutzt. Zweitens haben erst vor wenigen Wochen die Bauarbeiten am A7-Deckel begonnen – die Autobahnbrücke Bahrenfelder Chaussee ist damit zum Nadelöhr geworden.

Nichtsdestotrotz fordert die Initiative „Starten: BahnWest!“ (StBW), dass die Planung mit Hochdruck vorangetrieben wird. „Wo zwei Spuren pro Fahrtrichtung vorhanden sind, kann man theoretisch jeweils eine Busspur einrichten“, sagt StBW-Sprecher Jürgen Beeck. An einspurigen Stellen seien Mischverkehr oder auch eine Ampelregelung möglich. „Es geht jetzt darum, dass sich die Politik endlich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt“, findet Beeck.

Bemerkenswert: Während die Grünen im Bezirk durchgehende Busspuren fordern, ist der Altonaer Grüne und Verkehrssenator Anjes Tjarks bei diesem Thema weiter auf Tauchstation (siehe Infotext).

>> www.starten-bahn-west.de

 

Das sagt die Verkehrsbehörde

Wie steht es derweil um die S32? Laut Verkehrsbehörde (BVM) wird aktuell nach einer Firma gesucht, bei der die Planungen „noch in diesem Jahr“ in Auftrag gegeben werden können. „Bedarfsermittlungen zum Ausbau der Infrastruktur sind Gegenstand der weiteren Überlegungen im Rahmen des Hamburg-Takts“, sagt BVM-Sprecher Dennis Krämer.
Zum Thema Busspuren könne die Behörde zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen. Eine gleichlautende Antwort gab es bereits auf die Anfrage des Elbe Wochenblatts im Juli 2020. CVS

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