Die Corona-Pandemie macht auch vor „Dittsche“ nicht halt. In der neuesten Folge der TV-Kultserie, die in einem Hamburger Grillimbiss spielt, stellt Dittsche (Olli Dittrich) seine neueste Erfindung vor. Brillenträger Dittsche hat wie viele andere beim Masketragen mit einer ständig beschlagenen Brille zu kämpfen. Er greift kurzerhand zu Korken und Strohhalmen und leitet so, die Dinger in die Nase gesteckt, den Luftstrom nach unten ab - eine echte Dittsche Weltidee. Foto: Andre Lenthe Fotografie

Bundes-Notbremse geplant – Schutzimpfungen für über 70-Jährige – Mehr Informationsangebote in lokalen Corona-Hotspots – Hamburg ermöglicht digitale Kontaktnachverfolgung per Luca-App

Die Bundes-Notbremse soll kommen. In allen Kreisen, in denen die Inzidenz über 100 liegt, soll automatisch eine Ausgangssperre ab 21 Uhr gelten. „Ich sehe keine großen Veränderungen für uns in Hamburg“, kommentierte Bürgermeister Peter Tschentscher. Die an sich bis 18. April befristete Hamburger Regelung wird verlängert, bis die Bundes-Notbremse in Kraft tritt. Das kann bereits Ende der Woche sein.
Unterdessen wird in Hamburg zügig weiter geimpft. Aufgerufen zur Corona-Schutzimpfung sind alle Personen, die 70 Jahre oder älter sind sowie alle Personen der ersten und zweiten Prioritätsgruppe. Termine für das Impfzentrum Messehallen werden unter ( 116 117 sowie online unter www.impfterminservice.de vergeben.
Den kostenlosen Fahrdienst zum Impfzentrum für über 80-Jährige, die nicht mehr gut zu Fuß sind, hat die Sozialbehörde gestrichen. Begründung: Jetzt könne man sich auch bei Hausärzten impfen lassen, deswegen müssten lange Strecken nicht mehr zwangsläufig zurückgelegt werden.
Um die Ursachen, warum sich einige Stadtteile zu Corona-Hotspots entwickelt haben, näher zu ergründen, will die Sozialbehörde eine wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag geben. Für schnellere Hilfe soll das Gesundheitsmobil des Kinderschutzbundes sorgen, das in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten“ Orte „mit erhöhtem Informationsbedarf“ aufsucht. Die Poliklinik Veddel ist mit einem Corona-Informationsstand im Stadtteil unterwegs und verteilt auch kostenlose Masken. „Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung“, heißt es aus der Sozialbehörde.
Der Bezirk Harburg hält lokale Maßnahmen gegen die Pandemie für erforderlich. Mit Aktionen in Fußgängerzonen sollen vor allem jüngere Menschen über die Regeln zur Corona-Bekämpfung informiert werden. Am Donnerstag waren Stelzenläufer in Harburgs City unterwegs, die gratis Masken verteilten. „Es geht darum, noch einmal in die Quartiere zu gehen, vor Ort bei den Menschen mit aufbereiteten und zielgruppengerechten Ansprache aufzuklären“, sagt Bezirksamtssprecher Dennis Imhäuser.
In über die Stadt verteilten Kitas hat inzwischen ein vierwöchiger Modellversuch zu Corona-Schnelltests bei kleinen Kindern begonnen. Es soll herausgefunden werden, wie kleine Kinder überhaupt getestet werden können, und ob sich durch Tests Infektionen feststellen lassen, die sonst nicht aufgefallen wären.
An Schulen besteht für Schulbeschäftigte anders als für Schüler bislang keine verbindliche Testpflicht. Trotzdem haben, so teilt Behördensprecher Peter Albrecht mit, „im Schnitt 98,6 Prozent der Schulbeschäftigten Schnelltests genutzt.“ Ob einige Lehrer und Erzieher sich täglich testen, andere dagegen gar nicht, wird nicht erfasst. Bei vier Schulen, bei denen das Wochenblatt nachgefragt hat, haben um die 80 Prozent der Schulbeschäftigten die Schnelltests genutzt.
Das DRK Harburg hat in Hoheluft, auf dem Kirchplatz St. Markus, und in Harburg, im Senioren- und Nachbarschaftstreff Eddelbüttelstraße 47a, zwei neue Testzentren eröffnet. Kostenlose Schnelltests können online gebucht werden, sind aber auch ohne Termin möglich –eventuell mit Wartezeit.
Um die Kontaktnachverfolgung im Infektionsfall zu erleichtern, setzt jetzt auch Hamburg auf die Luca-App (siehe Infokasten). Demnächst sollen die Gesundheitsämter die Möglichkeit erhalten, Infektionsketten digital zu erkennen.

So funktioniert die Luca-App
Mit Hilfe der Luca App sollen Infektionsketten schnell erkannt, gestoppt und Veranstaltungen so wieder möglich werden. Digitale Kontaktverfolgung statt der bisherigen Zettelwirtschaft.
So geht‘s: Nutzer der Luca-App bekommen über einen QR-Code einen virtuellen Schlüssel auf ihr Smartphone – damit loggen sie sich etwa beim Restaurantbesuch oder beim Shoppen im Geschäft ein. Die Daten der Kunden werden in einer virtuellen Box gespeichert.
Bei einer möglichen Risikobegegnung werden Sie direkt vom Gesundheitssystem kontaktiert. Dafür geben infizierte Personen, die die Luca App benutzen, via TAN ihren Aufenthaltsverlauf an das Gesundheitsamt frei. Das Luca-System gleicht ab, mit wem die infizierte Person in den vergangenen 14 Tagen Kontakt hatte und informiert die Betroffenen. Nach spätestens 30 Tagen werden die Daten gelöscht.
Kritiker der App bemängeln mangelnde Datensicherheit, Urheberrechtsverletzungen und Intransparenz.

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