gegenüber der Fabrik einmal aussehen. Grafik: Heyden und Hidde Architekten

Das geschichtsträchtige Eckgebäude an der Barnerstraße gegenüber der Fabrik sieht arg mitgenommen aus: Sprayer haben großflächige Graffiti auf den Fassaden hinterlassen, viele der zahlreichen Schaufenster sind mit Werbeplakaten zugeklebt worden. Schon seit Monaten steht das fast 150 Jahre alte Haus – einst eine Fischräucherei – leer und gammelt vor sich hin.

Das Immobilienunternehmen Köhler & von Bargen möchte an dieser Stelle einen sechsstöckigen Neubau mit über 60 Wohnungen bauen lassen. Doch das Vorhaben, dessen Planung bereits vor über drei Jahren gestartet war, kommt nicht voran. Der Grund: Nach Informationen des Elbe Wochenblatts gab es Abstimmungsprobleme mit den benachbarten Gewerbemietern, die aber jetzt weitgehend geklärt sind. „Wir sind zuversichtlich, dass das in einer frühzeitigen öffentlichen Projektwerkstatt entwickelte Konzept für den Neubau in diesem Jahr umgesetzt werden kann“, sagt ein Sprecher des Bauherrn. Die Bauzeit für das Projekt, auch „Barner 42“ genannt, wird auf etwa zwei Jahre geschätzt.

Bislang gab es auf dem Grundstück (1.700 Quadratmeter) lediglich vier Wohnungen, künftig sollen es 66 sein, ein Teil davon öffentlich gefördert. Da unter anderem der benachbarte Rewe-Supermarkt erheblichen Gewerbelärm (Anlieferung, Parkplatzverkehr) produziert, musste die zu erwartende Schallbelastung zunächst rechtlich vereinbart und genehmigt werden. Aktuell wartet Köhler & von Bargen auf die Baugenehmigung durch den Bezirk. Sobald diese da ist, soll der Abriss starten.

Das Vorhaben hatte auch deshalb zunächst für Unmut im Stadtteil gesorgt, weil davon eine ganze Reihe beliebter Gastrobetriebe betroffen waren: Das italienische Lokal „Mamma Mia“ hatte schon vor knapp zwei Jahren seine Türen geschlossen, das „Sotiris“ folgte zu Beginn des ersten Lockdowns Anfang 2020. Aktuell hält nur noch der Döner- und Falafel-Imbiss „Babylon“ die Stellung. „Ende Juni muss ich raus“, sagt Betreiber Ali Elsayed, der aber ebenso wie das „Sotiris“ in den Neubau zurückkehren will. Auch die „Villa Dunkelbunt“, ein Kulturprojekt mit angeschlossener Fahrradwerkstatt, hat nach Auskunft des Bauherrn eine Rückkehrgarantie bekommen.

 

Neue Pläne für die Kreuzung: Die Kreuzung Barner-/Bahrenfelder Straße ist einer der verkehrsreichsten Orte im Stadtteil – unter anderem müssen hier nicht weniger als sechs Buslinien durch. Gleichzeitig ist der Platz auf der Straße knapp bemessen. Im Hinblick auf einen künftigen Kreuzungsumbau hat die Stadt daher bestimmt, dass das neue Eckgebäude auf ganzer Länge einen halben Meter zurückgesetzt wird, um Platz für eine mögliche Straßenerweiterung zu schaffen. „Darüber hinaus ist angedacht, dass die bodentiefen Schaufenster des Neubaus noch einmal um 50 Zentimeter eingerückt werden, um dem Bürgersteig zusätzlichen Raum zu geben“, sagt Amtssprecher Mike Schlink. Nach Auskunft des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) existiert aktuell noch kein Zeitplan für etwaige Umbaumaßnahmen. CVS

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