Anna und Matthias Richert sorgen sich, angesichts des Verkehrs zu Stoßzeiten am Oortskamp, um die Sicherheit von Louis (1) und Ben (3) sowie anderer Passanten. Foto: da

Sorge um Kinder am Oortskamp – und erster Erfolg für Anwohner: Polizei will Tempo-30-Schild besser sichtbar aufstellen lassen

René Dan, Eidelstedt

Wer im Oortskamp das Tempo-30-Schild übersehen hat, wird seit Kurzem mit einer großen 30, mit Kreide auf die Straße geschrieben, an die Geschwindigkeitsbegrenzung erinnert. Mit teils mäßigem Erfolg. „Hier fahren täglich Autos und LKW mit weit über 50 Stundenkilometer, teilweise sogar mit 80 km/h“, kritisiert Anwohner Matthias Richert. Ehefrau Anna, die Mutter von Louis (1) und Ben (3), ergänzt: „Ich habe Angst um unsere Kinder.“ Die Eltern, die mit Kreide Verkehrsregeln verdeutlichen, sehen noch eine weitere Gefahr.

Auf einer Seite des nicht sehr breiten Oortskamps parken viele Fahrzeuge. Die Folge: „Autos fahren Dutzende Meter über den Fußweg, um entgegenkommenden Fahrzeugen auszuweichen“, so Matthias Richert. Auf solche Situationen hat die Familie reagiert: „GEHWEG“ prangt in großen Buchstaben auf dem Bürgersteig, ebenfalls mit Kreide geschrieben.

Stöckchen und Mülltonnen als Begrenzung

Damit Autos auf der Straße bleiben, haben die Richerts rund 30 Zentimeter hohe Stöckchen, an denen Bänder hängen, zwischen Bordsteinkante und Fußwegplatte gesteckt. Und: „Als die Autobahn gesperrt war und besonders viele Wagen hier fuhren, haben Nachbarn ihre Mülltonnen herausgeholt und als Begrenzung auf den Gehweg gestellt“, so der Eidelstedter.

Mindestens ein Wunsch von Matthias Richert, hier mit Sohn Ben, wird sich wohl in nächster Zeit erfüllen: Die Polizei plant einen deutlicheren Hinweis auf Tempo 30 im Oortskamp. Foto: da

Für Matthias Richert ist klar: „Wir haben eine gefährliche Verkehrslage in unserer Straße.“
Das sieht Andreas Kintzel, Abteilungsleiter Verkehr und Prävention beim Polizeikommissariat 27 an der Koppelstraße, anders: „Der Oortskamp ist eine recht ruhige Straße.“ Er verweist auf Geschwindigkeitsmessungen von Ende 2019, bei denen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern ermittelt wurde. Matthias Richert kommentiert das Ergebnis bissig: „Bei den Geschwindigkeitsmessungen wurden Radfahrer wohl mit berücksichtigt.“ Polizeihauptkommissar Kintzel kontert: „Das können die Geräte auseinanderhalten.“

Wunsch: Mit Verantwortlichen in den Dialog treten

Gleichwohl kündigt der Polizeibeamte eine erneute Geschwindigkeitsmessung und ein Versetzen des Tempo 30-Schilds an (siehe Infotext). Allerdings sieht er keinen Grund für bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Es gebe am Oortskamp weder weitere Beschwerden noch vermehrt Unfälle. Andreas Kintzel betont aber auch: „Wenn sich jemand bei uns beschwert, gehen wir dem nach. Wir warten nicht, bis etwas passiert.“ Ein Unglück möchte auch Matthias Richert vermeiden. Er sagt: „Wir möchten mit Verantwortlichen in den Dialog treten.“

 

Erste Maßnahmen

Nach dem Anruf des Elbe Wochenblatts bei Andreas Kintzel vom Polizeikommissariat (PK) 27 ging vieles schnell. Gleich zwei Mal innerhalb weniger Tag sah sich der Ordnungshüter den Oortskamp an. Und kündigt jetzt an: „Wir werden das Tempo 30 Schild rund zehn Meter weiter nach vorne versetzen, damit man es besser sehen kann.“ Außerdem werde noch einmal die Geschwindigkeit gemessen werden. Bis das Spezialgerät jedoch dem PK bereitgestellt werde, könne noch einige Zeit vergehen. Im Übrigen gelte: „Rasen oder über den Gehweg zu fahren sind Ordnungswidrigkeiten. Wir werden die Situation im Auge behalten.“

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