Einsatz in schwierigen Zeiten: das Team der Borner Tafel mit Pastor Mathias Dahnke (li.). Foto: cvs

Wegen Corona haben die Lebensmittelausgaben mehr Zulauf

Christopher von Savigny, Eidelstedt/Osdorfer Born

Hamburgs Lebensmittel-Ausgabestellen leiden zunehmend unter der Pandemie: „Der Andrang hat spürbar zugenommen“, sagt Uwe Loose, Diakon der Kirchengemeinde Eidelstedt. Zwischenzeitlich habe man auch Kunden aus anderen Stadtteilen mitbedient, da die dortigen „Tafeln“ geschlossen hatten. „Wir haben seit Langem mal wieder eine Warteliste“, berichtet der Kirchenmann.

Wir hoffen auf Spenden,
damit wir die Schnelltests selbst
besorgen können
Mathias Dahnke,
Pastor der Maria-Magdalena-Gemeinde im Osdorfer Born

Jeden Mittwoch ab 14.30 Uhr gibt es im „ReeWie-Haus“ am Wiebischenkamp kostenlose Lebensmittel für Bedürftige – zum Beispiel Obst, Gemüse, Konserven oder auch Grundnahrungsmittel wie Brot und Milch. Aktuell hat die Gemeinde rund 150 Berechtigungsscheine ausgegeben. Pro Besuch wird eine Zahlung von einem oder zwei Euro fällig – je nachdem, ob man nur sich selbst oder zusätzlich einen Partner beziehungsweise eine Familie zu versorgen hat. Zurzeit 17 Ehrenamtliche kümmern sich um das Sortieren und Verpacken der Ware. Trotz aller Schwierigkeiten bleibt Loose optimistisch: „Bisher hat es noch immer gereicht“, meint er.

Zahl der Bedürftigen um ein Fünftel gestiegen

Auch Mathias Dahnke, Pastor der Maria-Magdalena-Gemeinde im Osdorfer Born, hat einen Anstieg festgestellt: „Zu uns kommen jetzt auch die Besucher wöchentlich, die früher vielleicht nur einmal pro Monat hier waren. Man bekommt den Eindruck vermittelt, dass viele inzwischen ziemlich knapp dran sind.“ Die Ausgabestelle im Bürgerhaus Bornheide, die mit derzeit 400 Berechtigungsscheinen zu den größten der Hansestadt zählt, hat jeden Freitag ab 15.30 Uhr geöffnet.

Versorgt werden die Borner wie auch die Eidelstedter Einrichtung von der „Hamburger Tafel“, die pro Woche 27 Ausgabestellen in der Stadt und im Umland mit – von Supermärkten aussortierten – Lebensmitteln beliefert. Tafel-Geschäftsführer Jan Henrik Hellwege schätzt, dass die Zahl der Bedürftigen innerhalb der letzten Monate um mindestens 20 Prozent angestiegen ist. „Wir rechnen damit, dass sich die Situation weiter verschärfen wird“, sagt Hellwege.

Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, lassen sich die Helfer der Ausgabestellen neuerdings unmittelbar vor den jeweiligen Ausgabeterminen auf Covid-19-Viren testen. Bislang hatte die „Hamburger Tafel“ die Kosten dafür übernommen. Seitdem die Stadt Hamburg am 8. März einen kostenlosen Antigentest pro Woche und Person eingeführt hat, können die Ehrenamtlichen stattdessen diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Der Borner Pastor Mathias Dahnke möchte das jedoch nicht: „Wir hoffen auf Spenden, damit wir die Schnelltests selbst besorgen können“, sagt er. Man dürfe die Helfer nicht dazu zwingen, den ihnen zustehenden Test zu „verjubeln“, da dieser womöglich noch für einen Verwandtenbesuch oder ähnliches benötigt werde.

>> Infos und Kontakt:
maria-magdalena-kirche.de

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