Bodo Ihlenburg (Vorstandsvertreter und Direktor Marktbereich Immobilien; v. l.), Sonja Hausmann (Vorstandsmitglied), Andreas Sommer (Vorstandsvorsitzender) und Holger Iborg (Vorstandsvertreter und Direktor Firmenkunden & Private Banking) blicken trotz Coronakrise zufrieden auf das Jahr 2020 zurück.Foto: pr

Interview: Vorstandsvorsitzender Andreas Sommer und Vorstandskollegin
Sonja Hausmann über die Entwicklung der Sparkasse Harburg-Buxtehude

Niels Kreller, Harburg. „Die Sparkasse Harburg-Buxtehude ist solide durch das Corona-Jahr 2020 gekommen“, so das Fazit des Vorstands auf der Bilanzpressekonferenz.Nun soll der Blick gleich nach vorn gerichtet werden. Was das heißt, erläutern der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Harburg-Buxtehude Andreas Sommer und Vorstandskollegin Sonja Hausmann im Interview.

Wie kommen Sparkassen mit den dauerhaft niedrigen Zinsen klar?
Andreas Sommer: Die niedrigen Zinsen sind für unsere Sparkasse ein echtes Problem, denn sie gefährden die betriebswirtschaftliche Gesundheit unserer Sparkasse. Die Negativzinsen, die wir für die Spareinlagen unserer Kunden an die Europäische Zentralbank abführen müssen, setzen unser Geschäftsmodell massiv unter Druck. Erträge aus dem Zinsgeschäft, über viele Jahre eine stabile Säule auf der Erlösseite der Sparkassen, brechen mehr und mehr weg. Wir sind gezwungen, unsere Kostenseite zu optimieren, Einsparpotenziale zu nutzen und zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen.

Warum wurden die Gebühren für Konten wieder „angepasst“?
Sonja Hausmann: Bei der Sparkasse erhalten Sie besten Service inklusive der höchsten Sicherheitsstandards. In den letzten Jahren haben wir die Leistungen rund ums Konto ständig erweitert. Die Sparkassen-App ist ausgezeichnet – und das im wörtlichen Sinne: Die App „Sparkasse“ wurde von Stiftung Warentest in „Finanztest“ zum Testsieger gekürt. Dieses Angebot wollen wir auch künftig gewährleisten, deshalb passen wir den monatlichen Pauschalpreis für das Girokonto an. Und das auch weiterhin ohne versteckte Kosten. Die bisherigen Preisbefreiungen bei unseren Nachwuchskunden bleiben übrigens bestehen.
Die Sparkasse ist ein Wirtschaftsunternehmen, das kostendeckend arbeiten muss. Stabile Erträge sind die Grundlage, um die Region zuverlässig und dauerhaft mit umfassenden Finanzdienstleistungen versorgen zu können. Darüber hinaus verbleiben unsere Gewinne als Steuern und durch die Förderung von gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Projekten in der Region. Bei uns profitieren keine Investoren, sondern die Menschen vor Ort.

Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf das Sparkassengeschäft?
Andreas Sommer: Die Pandemie hat uns glücklicherweise bislang nicht so hart getroffen wie zunächst befürchtet. Unsere Berater waren vom ersten Tag der Krise an über unterschiedliche Kanäle für ihre Kunden erreichbar. So konnten wir sie eng durch die Krise begleiten. Und das hat das Vertrauen der Menschen und Unternehmen in unsere Sparkasse gestärkt. Allerdings gilt es aufmerksam zu bleiben, denn insbesondere im Mittelstand werden sich die Auswirkungen der Corona-Krise erst mit Verzögerung zeigen. Auf einige Bereiche hat die Pandemie sogar beschleunigend gewirkt, zum Beispiel auf die digitalen Services oder das kontaktlose Bezahlen.

Hat die Sparkasse weniger Mitarbeiter und weniger Filialen als im Vorjahr?
Sonja Hausmann: Insgesamt hat sich die Mitarbeiterzahl leicht reduziert, das allerdings durch Umstrukturierungen im internen Bereich. Für unsere Kunden hat sich nichts verändert. Wir halten an unserem Weg fest, vor Ort mit persönlichen Ansprechpartnern für die Menschen da zu sein. Entsprechend haben wir im vergangenen Jahr keine Beratungscenter geschlossen und werden es auf absehbare Zeit auch nicht tun.

Zahlen
Bilanzsumme:
4,33 Mrd Euro
Jahresüberschuss:
7,5 Mio Euro
Spareinlagen:
3,46 Mrd Euro
Immobiliengeschäft:
über eine Milliarde Euro
Kreditvolumen:
3,56 Mrd. Euro
Spenden & Sponsoring:
1,2 Mio. Euro

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