Nichts los auf den Straßen. Bis zum 18. April fahren nachts auch keine Busse und Bahnen mehr. Foto: andre lenthe fotografie
Bennet Borgiel (Foto) aus Bonn und Johannes Gabriel aus Heilbronn suchen ihr Glück in Harburg. Die beiden Jungunternehmer eröffnen am kommenden Montag ihr Coronatestzentrum in Eißendorf. Ausgerechnet in der ehemaligen Budni-Filiale in der Eißendorfer Straße die kürzlich noch als Sarglager und Drogenplantage diente.Foto: andre lenthe fotografie

Corona-Pandemie: Jetzt impfen auch Hausärzte.
Bahnen und Busse stellen nachts den Betrieb ein

Olaf Zimmermann, Hamburg. Die Hamburger stehen offenbar hinter dem harten Durchgreifen des Senats im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Auf nächtliche Ausflüge wird weitgehend verzichtet, die Polizei registriert nur wenige Verstöße gegen die Ausgangssperre. „In Hamburg macht man die Schotten dicht, bevor die Flut kommt“ – dieser Satz von Bürgermeister Peter Tschentscher trifft die Stimmung.
Das Verwaltungsgericht wies einen Eilantrag gegen die Ausgangssperre ab. Sollte die Inzidenz nicht deutlich sinken, ist sogar eine Verlängerung der noch bis zum 18. April befristeten Ausgangssperre nicht ausgeschlossen. Nachtfahrten von Bahnen und Bussen bleiben solange eingestellt (siehe Infokasten am Textende).
Seit Mittwoch sind Corona-Schutzimpfungen auch bei Hausärzten möglich. Das bietet „die Chance, dass wir bis zum Sommer allen Bürgern ein Impfangebot machen können“, sagte Walter Plassmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH).
Allerdings gibt es bislang zu wenig Impfstoff. Arztpraxen erhalten vorerst rund 20 Impfdosen pro Woche. Damit werden nur Patienten der nach der Impfverordnung bevorzugten Personengruppen geimpft. Diese Patienten werden von ihren Hausärzten eingeladen. „Rufen Sie uns nicht an, wir rufen Sie an“, erklärte der Hamburger KVH-Vorsitzende.
Im Impfzentrum in den Messehallen herrscht Hochbetrieb, allein über Ostern wurden rund 25.000 Hamburger geimpft. Impftermine sind leichter erhältlich. Inzwischen wurden in Hamburg die über 75-Jährigen zur Impfung aufgerufen.
Neben Impfungen bleiben kostenlose Schnelltests das Mittel, um die dritte Corona-Welle abzuschwächen. Die Zahl der Teststationen wurde zwar erweitert, doch bleiben Stadtteile wie Wilhelmsburg und die Veddel massiv unterversorgt. Eine Übersicht, wo in Hamburg kostenlose Schnelltests angeboten werden, findet man auf www.hamburg.de/corona-schnelltest.
Wer sich mit dem Internet nicht auskennt – ja, auch solche Hamburger gibt es, wie verzweifelte Anrufe in der Wochenblatt-Redaktion zeigen – hat es schwer, sich testen zu lassen. Die Sozialbehörde hat sich bis Redaktionsschluss nicht zu diesem Problem geäußert. Helfen kann die telefonische Hotline 116 117.
Die ursprünglich freiwillligen Selbsttests an Schulen für Schüler sind inzwischen verpflichtend. Ohne Selbsttest ist keine Teilnahme am Unterricht mehr möglich.
Für Hamburger Schulbeschäftigte gilt diese Testpflicht, anders als in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, aber nicht. Warum? „Die rechtliche Prüfung läuft noch“, teilte Schulbehördensprecher Peter Albrecht mit.

Corona-Zahlen
Seit Beginn der Pandemie haben sich 63.520 Hamburger mit dem Corona-Virus infiziert (Stand 6. April), 54.500 gelten als geheilt.
Die Sieben-Tage-Inzidenz (Anzahl der durchschnittlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) beträgt in Hamburg 135 (Stand 7. April) – ist wegen der Osterfeiertage aber wenig aussagekräftig. Die höchsten Werte gibt es in Mitte (236) und Harburg (198). In Altona liegt die Inzidenz bei 134, in Eimsbüttel bei 94. Laut Robert-Koch-Institut sind bislang 1.398 Menschen in Hamburg an Corona gestorben (Stand: 7. April)

ÖPNV
>> Wer nachts aus triftigem Grund unterwegs und auf ein ÖPNV-Angebot angewiesen ist, kann zwischen 0 und 6 Uhr mit einem HVV-Ticket Taxen und die Shuttle-Services MOIA und ioki Hamburg nutzen. Bei MOIA und ioki Hamburg fallen keine weiteren Kosten an.

Im Taxi werden pauschal vier Euro (bis acht Kilometer) oder acht Euro (über acht Kilometer) fällig.
Die Buchung erfolgt über die gewohnten Apps oder per Telefon. Es machen mit: Hansa-Taxi, Hamburg 6×6, Free Now, Uber, Taxi Alstertal, Funktaxi Bergedorf, Taxenruf Blankenese, Funk-Taxi Harburg und Funk-Taxi Wilhelmsburg.

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