Vom alten Regionalbahnhof Tempowerk blieb nur ein Fußgängertunnel übrig. Foto: mag

Gutachten hält Haltestelle für dringend notwendig

Andreas Göhring, Hamburg-Süd. Knapp 40 Jahre nach dem Aus für die Haltestelle „Tempowerk“ der Unterelbebahn sind die Chancen für eine S-Bahn-Station im Bereich Bostelbek überraschend gestiegen. Ein Gutachter vom Büro Hanseatic Transport Consultancy (HTC) hält sie sogar für dringend notwendig.
Immer wieder hatte es Vorstöße des Bezirks gegeben, das Umfeld des aufstrebenden hit Technoparks besser an den Öffentlichen Personennahverkehr anzuschließen. Doch alle Anträge aus Harburg prallten an den Entscheidern in Fachbehörden und Bürgerschaft ab.
Da hat sich offenbar geändert. Nun hat plötzlich Hamburg Invest, die zentrale städtische Agentur für Ansiedlungen und Investitionen, eine Auge auf die Region geworfen. Sie will langfristig ein breites Band von Technologieunternehmen vom Channel im Harburger Binnenhafen bis zum hit Technopark spannen, der seit kurzem als Tempowerk firmiert. Deshalb hat sie Dr. Thomas Rössner (HTC) beauftragt, den tatsächlichen Bedarf für eine S-Bahn-Station zu ermitteln, um dann mit einer guten ÖPNV-Anbindung den Standort aufzuhübschen.
Zusätzlichen Rückenwind gab es durch die internationale, kurz vor Corona in Hamburg abgehaltene Tagung, in der eine „Mobilitäts-Drehscheibe“ skizziert wurde, in der das Umsteigen zwischen Autobahn, B73, S-Bahn und Velo-Route erleichtert werden soll.
Und so konnte Rössner den Mitgliedern der Harburger Ausschüsse für Mobilität und Stadtentwicklung prächtige Zahlen präsentieren. Die S-Bahn verlangt für eine neue Station mindestens 8.000 Kunden täglich, Rössner sieht sogar bis zu 11.000. Aber: Was kostet das alles? Für einen 210 Meter langen Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen, passend für dreizügige S-Bahnen, müssten insgesamt rund 390 Meter Gleise verlegt werden. Rössner: „Da muss man schon mit 20 Millionen Euro rechnen.“ Im Vergleich zu den 70 Millionen Euro, die die neue S-Bahn-Station an den Elbbrücken gekostet hat, sind das eher „peanuts“.
Immerhin würde die neue Station nicht nur die aktuellen und künftigen Unternehmen im Technologieband an den ÖPNV anschließen, profitieren würden auch die Bewohner der Siedlung Bostelbek und der geplanten neuen Wohnhäuser entlang der B73. Freuen könnten sich auch Besucher des Krankenhauses Mariahilf und Freunde der Harburger Berge.

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