Auch auf Privatgrundstücken werden im Zuge von Baumaßnahmen Bäume gerodet – und oft nicht in ausreichendem Ausmaß später neu gepflanzt. Symbolfoto: cvs

Bezirk Altona: Von 453 Fällungen auf öffentlichem Grund wurden nur 228 ersetzt – zudem „niederschmetterndes“ Ergebnis auf Privatgrundstücken

Christopher von Savigny, Bezirk Altona

Wenn Naturzerstörung angeprangert wird, dann geht es oft auch um die Fällung von Bäumen. Wie aber sieht die Rechtslage aus?

Will man einen Baum fällen, dann kommt es auf dessen Dicke an: Beträgt der Stammdurchmesser in 1,30 Meter Höhe mindestens 25 Zentimeter, dann muss eine Erlaubnis beim Bezirksamt beantragt werden – dies gilt auch für Privatgrundstücke. Ebenso wird üblicherweise eine Nachpflanzung fällig. Um diese zu kontrollieren, fehlt dem Bezirksamt Altona allerdings das Personal.

Die Folge: Nur eine kleiner Teil der gefällten Bäume wird ersetzt. Nach Auskunft des Grünen-Politikers Lars Andersen, zugleich Vorsitzender des Grünausschusses der Bezirksversammlung Altona, gab es im vergangenen Jahr im Bezirk 453 Fällungen auf öffentlichem Grund, nur 228 Nachpflanzungen wurden gezählt.

Privatgrund: 2.043 Fällungen, 76 Bäume neu gepflanzt

Noch viel düsterer fällt die Bilanz bei Privatgrundstücken aus: Dort zählte man 2.043 Fällungen, wofür das Bezirksamt 1.808 Ersatzpflanzungen festlegte. Tatsächlich gab es jedoch nur 76 Neupflanzungen – wobei Nachmeldungen noch möglich sind. „Trotzdem ein niederschmetterndes Resultat“, sagt Lars Andersen. Wer nicht pflanzen wolle und das Geld dafür habe, könne sich ersatzweise mit einer Ausgleichszahlung freikaufen. Beispielsweise zahle man für eine Esche mit einem Stammumfang von 70 Zentimetern etwa 1.000 Euro.

Auch Niclas Krukenberg, der für die Linke im Grünausschuss sitzt, kritisiert: „Teilweise finden keine Nachpflanzungen statt, oder die Leute sind Jahre im Rückstand.“ Und so hat die Linke-Fraktion unter dem Titel „Wirksamer Klimaschutz geht nur mit effektivem Baumschutz“ einen Antrag eingebracht, der mehr bezirkliche Kontrolle bei Baumfällungen fordert.

Der Antrag der Linken wurde abgelehnt. Ein ähnlicher Antrag der Grünen fand im Ausschuss eine Mehrheit. Es bleibt abzuwarten, ob die Zahl der Ersatzpflanzungen im Bezirk Altona zunehmen wird.

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