Fußballplatz des Moorburger TSV. Foto: Düse

Waldemar Düse, Moorburg. Es ist eine Aussage, die aufhorchen lässt. „Wir sind bisher sehr gut durch die Coronazeit gekommen. Wir hatten bislang keinen einzigen Austritt. Dafür habe ich mich bei den Mitgliedern gerade bedankt.“ Peter Renck, der 1. Vorsitzende des Moorburger TSV, klingt im Gegensatz zu den meisten anderen Vereinsvorsitzenden auch nach einem Jahr Pandemie unaufgeregt. Wer will ihm das verdenken.
„Wir haben die Hilfspakete nicht benötigt und deshalb nicht in Anspruch genommen. Das sollen die tun, die es gebrauchen können“, fährt er fort. Warum ist es gerade in Moorburg anders gelaufen als bei den meisten anderen Vereinen? Renk muss für die Beantwortung der Frage ein wenig ausholen. „Wir nutzen einen staatlichen Platz und eine staatliche Halle. Das kommt uns in der jetzigen Situation natürlich zugute.“ Zudem sei die Fluktuation bei weitem nicht so hoch wie bei anderen Vereinen. Dem Verein fehlen also nicht wie den meisten anderen die jüngsten Nachrückenden in den Jugendabteilungen, die in der Regel zu dem vielerorts beklagten Mitgliedsschwund geführt haben.
Ganz im Gegenteil. „Wir sind sogar gewachsen“, freut sich Renk. Gewachsen durch die ehemalige Kricketabteilung der TS Harburg, die zum Moorburger TSV gewechselt ist. Neben Badminton, Karate, Kickboxen, Tischtennis und Turnen die nächste Abteilung in Kleingruppenformat des nun 220 Mitglieder umfassenden Vereins.
Komplett ungeschoren ist allerdings auch der Moorburger TSV in der Krise nicht unterwegs. Wieder muss Renk etwas ausholen. „In letzter Zeit sind viele Jüngere nach Moorburg gezogen, das hat den Ort noch ein wenig lebendiger gemacht als er durch Sport- und Schützenverein, die Kindertagesstätte und den Kunst- und Kulturverein Elbdeich ohnehin schon ist.“
Im vergangenen Sommer sei er beim „Radeln am Deich“ vielen Kindern begegnet. Er habe einen Vater angesprochen und der sei nach einiger Zeit mit einem Dutzend Kindern zum Verein gekommen. „Nach Jahren unsere erste Fußball-Jugendmannschaft“, freut sich Renk. Eigentlich, denn als es losgehen sollte, kam der zweite Lockdown dazwischen. „Aber sie werden wiederkommen, wenn es wieder losgehen darf.“ Bei der Freude darüber geht es Renk wie allen anderen Vereinsvorsitzenden.

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