Apotheker Kay Friedrichs von der „Neuwiedenthaler Apotheke“ bietet in der Galleria Rehrstieg Gratis-Schnelltests an. Foto: wittenburg

Corona-Pandemie: Hamburger Inzidenz hat die 100er-Marke überschritten – deutliche Unterschiede zwischen den Bezirken – Schulen und Kitas bleiben geöffnet

Olaf Zimmermann, Hamburg. Der Weg aus der Corona-Krise klingt einfach: viel impfen, viel testen, viel Abstand halten. Doch es wird wenig geimpft, wenig getestet, dafür viel gelockert. Die Intensivstationen der Krankenhäuser füllen sich, die Corona-Patienten werden immer jünger. Die Inzidenz, die Zahl der neu Erkrankten je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, hat am Mittwoch in Hamburg mit 100,9 die 100 überschritten.
Auffallend: In Hamburg gibt es ein deutliches Corona-Gefälle. Im Bezirk Harburg, einem Bereich, der bei der Einführung der kostenlosen Schnelltests weitgehend übersehen wurde, liegt die Inzidenz (Zeitraum 8. bis 15. März) bereits bei 180 (Bezirk Harburg), dreimal so hoch wie in Nord (61) oder Eimsbüttel (55). Auch im Bezirk Mitte beträgt die Inzidenz 138, in Altona 72.
Bleibt die Inzidenz im Hamburger Mittel drei Tage hintereinander über 100, droht die von den Ministerpräsidenten vereinbarte „Notbremse“: Treffen nur noch mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts, Einzelhandel, Museen und Sportanlagen müssten schließen. Wären Harburg und Mitte selbstständige Städte, hätten sie längst die Notbremse ziehen müssen.
In Hamburg haben (Stand 16. März) 158.446 Menschen eine Erstimpfung erhalten, 72.962 wurden bereits zweimal geimpft.Die Aussetzung der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff, dort waren bei sieben Geimpften seltene Thrombosen festgestellt worden, bringt die Abläufe durcheinander. Alle bereits vereinbarten Impftermine bleiben bestehen, statt AstraZeneca wird mit dem Impfstoff von Biontech oder Moderna geimpft. Dafür werden neue Impftermine derzeit ausschließlich an über 80-Jährige vergeben. Auch die mobilen Impfteams müssen ihre Arbeit vorerst einstellen. „Die Impfkampagne wird sich verlangsamen“, teilte Senatssprecherin Julia Offen mit. Bis wann alle Hamburger, die geimpft werden möchten, auch die Chance dazu bekommen, bleibt unklar.
Sicher ist: Die Anfang der Woche geöffneten Kitas und teilweise geöffneten Schulen werden nicht wieder geschlossen, selbst wenn die Inzidenz die 100 überschreitet. „Die Probleme mit dem AstraZeneca-Impfstoff haben keine Auswirkungen auf den Schulbetrieb“, sagt Schulbehördensprecher Peter Albrecht. „Fast alle Schulbeschäftigten“ hätten bereits einen Impftermin vereinbart, der jetzt mit einem anderen Impfstoff durchgeführt wird.
Schulbeschäftigte haben die Möglichkeit, in der Schule zwei Mal pro Woche einen Corona-Selbsttest zu machen. Für Schüler – auch für Grundschüler, nicht für Vorschüler – steht ab Montag ein wöchentlicher Selbsttest bereit. „Wir haben mehrere Millionen Tests bestellt und können das Testkonzept für Schüler und Beschäftigte sogar bis zu den Sommerferien organisieren“, so Albrecht.
Die Möglichkeiten für Hamburger, sich einmal pro Woche fachgerecht von medizinischem Personal kostenlos schnelltesten zu lassen, wurden erweitert. Anfangs hatten, wie berichtet, nur Testzentren nördlich der Elbe auf der offiziellen Liste gestanden. Wie viele Schnelltests inzwischen in den einzelnen Bezirken angeboten werden, teilte die Gesundheitsbehörde auf Nachfrage nicht mit.
In Harburg haben die Johanniter in der Dreifaltigkeitskirche, Neue Straße 44, eine Teststation aufgebaut. Für die Schnelltests ist eine Online-Buchung erforderlich unter: www.johanniter.de/hamburg-testen
Getestet wird auch in der Technischen Universität: in den Räumen des ehemaligen Gesundheitsamts am Irrgarten 7. Online-Voranmeldungen sind erforderlich unter schnelltest-hamburg.de/harburg-2
Autofahrer können sich nach Voranmeldung auf dem Parkdeck P3 des Phoenix-Centers testen lassen. Die Teststation wird vom Center gemeinsam mit Budni betrieben.
In Süderelbe bietet Apotheker Kay Friedrichs Schnelltests in zwei weißen Pavillons in der Galleria Rehrstieg an. Terminvereinbarungen auf www.corona-test-neuwiedenthal.de sind erforderlich.
Auch in Wilhelmsburg wird seit dem 15. März getestet. Das erste Wilhelmsburger Testzenrum liegt im Kirchdorfer Damm 3, neben der mAVI Apotheke. Hier sind Besuche ohne Anmeldung möglich. Der Wilhelmsburger Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi (SPD) hatte deshalb viele intensive Gespräche mit Behörden, Verwaltung, privaten Anbietern, Apotheken und Ärzten geführt. Übersicht über alle Testmöglichkeiten:

>> hamburg.de/corona-schnelltest/

 

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