Leitet das Bürgerhaus: Katja Scheer. Foto: s.weisleder

Bund spendiert drei Millionen Euro für das Bürgerhaus. Im Wochenblatt-Interview erklärt Leiterin Katja Scheer, wofür das Geld verwendet werden soll

Angela Dietz, Wilhelmsburg. Das Bürgerhaus Wilhelmsburg (BüWi) soll drei Millionen Euro vom Bund erhalten. Das Geld kommt aus dem Bundesprogramm „Sanierung Kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Dafür hatten sich die Hamburger Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse (CDU) und Metin Hakverdi (SPD) im Haushaltsausschuss des Bundestags eingesetzt. Für den Wilhelmsburger Hakverdi ist das Bürgerhaus ein „Ort für alle“ und eine „Herzensangelegenheit“. Im Wochenblatt-Interview sagt BüWi-Leiterin Katja Scheer, wofür das Geld benötigt wird.

Das Bundesprogramm sieht vor, dass Hamburger 55 Prozent dazugibt. Insgesamt erhält das BüWi dann rund 6,5 Millionen Euro. Das ist eine Menge Geld! Schon einmal hat das Haus insgesamt 5,8 Millionen Euro Sanierungsmittel erhalten. Wofür wird das Geld gebraucht?
Scheer: Wir sind jetzt bis zum Sommer auf der Zielgeraden der laufenden, ersten Sanierung. Erst im Verlauf dieser Arbeiten sind unter anderem weitere gravierende Mängel aufgrund der Alterung des Gebäudes durch unsere Planer erkannt worden. Es ist ein baulich und technisch hochkomplexes Gebäude. Zentrale Angelegenheit ist die marode Lüftungsanlage, die nicht mehr überholt werden kann. Würden wir in der Sache nichts unternehmen, wären wir in ein paar Jahren nicht mehr betriebsfähig. Weiter gab es zuletzt noch Wassereinbrüche, etwa in den Traforaum.
Mit weiteren Maßnahmen, etwa für neue LED-Beleuchtung und digitale Infrastruktur, wird die technische und energetische Effizienz des Gebäudes auf ein modernes Niveau gebracht. Außerdem soll auch der weitere Ausbau der Barrierefreiheit im Fokus stehen. Ein tastbares Leitsystem für Menschen mit Seheinschränkungen gibt es zum Beispiel schon, jetzt kommt die dringende Sanierung des Fahrstuhls. Unser Haupteingang zur Mengestraße hin wird barrierefrei ausgebaut – bisher ist das nur der Eingang vom Parkplatz aus – dadurch wird auch der Zugang zum Restaurant barrierefrei. Und endlich können wir die Brücke zur Mengestraße sanieren!

Haben Sie 2019, als Sie Leiterin des BüWi wurden, gewusst, dass Sie sich so viel mit Bauen und Planen beschäftigen müssen?
Da ich schon vorher im Haus Fachleitung für Musik war, kannte ich das Gebäude natürlich und wusste, dass ich in eine laufende Sanierung einsteige. Und der Bedarf von weiteren Sanierungsmaßnahmen zeichnete sich schon ab.
Wir befinden uns ja grundsätzlich im Umbruch: Neben der Sanierung bereiten wir uns jetzt mit unserem in vielen Bereichen neuen Team – neben dem Weggang meiner Vorgängerin Bettina Kiehn sind Ernst Fehling und Volkmar Hoffmann in den Ruhestand gegangen – auch auf die neuen Nachbarschaften, etwa das entstehende Rathausviertel, vor. Das passt alles ganz gut zusammen und macht mich trotz der vielen Arbeit extrem glücklich!

Wann wird das BüWi keine Baustelle mehr sein?
Das wird uns inklusive Planung und Nachbereitung sicher noch drei bis vier Jahre beschäftigen. 2025 sollten wir dann fertig sein!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here