Bürger fürchten um die Naturidylle: Nur ein Teil der Brünschen Wiesen soll Naturschutzgebiet werden.Foto: MG

„Ein pressewirksames Placebo für die Öffentlichkeit“ nennt Jan Reifenstein von der Bürgerinitiative BI „Rette die Brünschenwiesen“ und anderen Initiativen den Kompromissvorschlag der Schulbehörde. Demnach soll ein Teil des Landschaftsschutzgebietes Brünschenwiesen mit einem Erweiterungsbau für den „Campus Rissen“ bebaut werden. Zum Campus gehören zwei Schulen, nämlich Gymnasium und Stadtteilschule STS Rissen. Egal wie ökologisch der neue Bau sei, es bleibe ein „schmerzahfter Einschnitt in ein sensibles System“, so Reifenstein.
Worum geht es? Das Gymnasium Rissen bedarf der Sanierung und beide Schulen platzen schon jetzt aus allen Nähten und brauchen dringend neue Räume. Die Schulbehörde will deshalb auf einem Teil der Brünschenwiesen, der so genannten Apfelwiese, ein neues Oberstufenzentrum bauen. Das könnte von beiden Schulen genutzt werden. Problem: Die Wiese gehört zum Landschaftsschutzgebiet. Es existiert aber ein altes Baurecht aus dem Jahr 1973 für einen Schulbau.

Was wollen die Schulen und die Eltern? Schulleitungen und Elternräte beider Schulen haben sich vom Bau auf der Apfelwiese überzeugen lassen. Schließlich sei der dann nur sechs Gehminuten vom Haupthaus entfernt. Für Schüler und Lehrer sei das zumutbar. Dagegen sei der Weg zu einem Standort Suurheid – hier sieht ein Alternativvorschlag der BI die Stadtteilschule in Zukunft – 22 Minuten lang. Quasi als Ausgleich für die bebaute Fläche könnte man den Rest dem Rest der Brünschenwiesen einen höheren Schutzstatus verleihen, ihn unter Naturschutz stellen, heißt es im Behördenvorschag.
Doch genau das zweifeln die Bürgerinitiativen an. Ob das Gebiet am Ende wirklich unter Schutz gestellt würde, sei noch völlig offen heißt es in einer BI-Stellungnahme. „Es gibt keine substantiellen Garantien, die weiteren Flächenfraß ausschließen.“
Ihr Alternativvorschlag: ein kompletter Neubau der Stadtteilschule an der Suurheid und eine komplette Sanierung des Gymnasiums am jetzigen Standort. Man verstünde ja, dass die Schulen lieber einen Neubau statt einer umständlicheren Sanierung hätten, die den Schulbetrieb stört. Aber wenn man sich als Schule ein „ökologisches Profil auf die Fahnen geschrieben“ habe, müsse man bedenken, dass sich hier um „Bau in sensibler Natur“ gehe.

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