Die Gestaltung der fensterlosen Nordwand hatte damals 80 Tage in Anspruch genommen. Als weltweit höchstes (nicht größtes!) Graffito landete das Kunstwerk im Guinness-Buch der Rekorde. Foto: cvs

Der Osdorfer Born bekommt wieder ein neues Mega-Wand-Opus! Wie berichtet, kann das fast 20 Jahre alte Graffito an der Giebelwand am Immenbusch 33 im Zuge der Wärmedämmung durch die Saga nicht erhalten werden. Doch das kommunale Wohnungsunternehmen hat sich nun dazu entschlossen, die 13 mal 42 Meter hohe Fassade im Anschluss an die Sanierung für ein neues Kunstwerk freizugeben. Zu dem Zweck hat die Saga jetzt einen „Urban Art Wettbewerb“ gestartet – voraussichtlich Ende März will die Jury, die sich aus Kunstexperten, Stadtteil-, Bezirks- und Sagavertretern zusammensetzt, der Sieger bekanntgegeben. Ab Mai kann dann mit der Umsetzung begonnen werden. Für die Kosten kommt nach eigenen Angaben das Wohnungsunternehmen auf.

Das auffällige, in grünen und blauen Tönen erstrahlende Graffito am Ende einer Hochhauszeile dürfte wohl jedem Borner und auch einer Vielzahl weiterer Hamburger bekannt sein. Die beiden Brüder Aimal und Ramin Jahed (Künstlernamen „Nulon“ und „Fusion“) hatten damals – ebenfalls im Auftrag der Saga – in monatelanger Arbeit ein gigantisches Graffito an die Wand gesprayt, das seinerzeit sogar als das höchste der Welt galt. Zu sehen ist ein bunter Mischmasch aus Natur (Wälder, Flüsse), moderner Technik (Raumschiffe) und dem Born mit seinen Bewohnern.

Auch diesmal möchten „Nulon“ und „Fusion“ – beide inzwischen gut 40 Jahre alt – wieder die Gestaltung der Wand übernehmen. „Was das Motiv angeht, stelle ich mir ein ganz ähnliches Bild vor“, sagt Aimal Jahed („Nulon“), der zusammen mit seinem Bruder nach wie vor als Sprayer arbeitet („Graffiti Brothers“) und zudem eine Werbeagentur in Jenfeld betreibt. Schon damals habe er den Klimaschutz im Kopf gehabt. „Das Thema ist ja heute fast noch aktueller als damals“, sagt er.

Doch zuvor muss sich das Brüderpaar in der Saga-Qualifikation beweisen. „Ein derart prägnantes Kunstwerk ohne Wettbewerb direkt zu vergeben, widerspricht unseren Grundsätzen bei der Vergabe von Aufträgen sowie unserer Auffassung von künstlerischer Vielfalt“, so Saga-Sprecher Gunnar Gläser. „Um das für das Quartier beste Ergebnis zu erzielen, ist ein Wettbewerb in Verbindung mit einer adäquat besetzten Jury die bewährte Praxis.“

Aimal Jahed findet diese Vorgehensweise in Ordnung: „Ich nehme es sportlich“, sagt er. Allerdings brächten die meisten anderen Künstler nicht so viel Erfahrung mit wie er, gibt er zu Bedenken. „Wer so ein großes Graffito sprüht, sollte wissen, wie das geht.“

Welthöchstes Graffito
Das welthöchste Graffito misst 13 mal 42 Meter und befindet sich an der Stirnwand eines Hochhauses im Osdorfer Born: Im Auftrag der Saga hatten im Jahr 2002 die beiden Brüder Aimal und Haris Jahed (Künstlernamen „Nulon“ und „Fusion“) die Gebäudewand besprüht. Kostenpunkt: 23.000 Euro.

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