Endlich ist die mobile Station vor Ort: Schnelltests auf dem Harburger Rathausplatz. Foto: André Lenthe Fotografie

Zentren für kostenlose Tests öffneten – Selbsttests schnell ausverkauft – Lehrer und Erzieher dürfen sich impfen lassen

Gaby Pöpleu, Hamburg

Die Ansteckungszahlen fallen kaum, trotzdem gibt es einige Erleichterungen im täglichen Leben – nicht nur für Schleswig-Holsteiner, auch für Hamburger: Baumärkte, Buch- und Blumenläden und Friseure dürfen öffnen. Umso wichtiger werden neben den laufenden Impfungen Schnelltests. Der Senat versprach jedem Hamburger einen kostenlosen fachgerecht von medizinischem Personal durchgeführten Schnelltest pro Woche. Doch der Start lief gründlich schief: Zunächst standen auf der offiziellen Liste (PDF zum Download unter www.hamburg.de/corona, unbedingt vorher anmelden!) nur Testzentren nördlich der Elbe.

Das hatte für viel Ärger gesorgt: „Kann es sein, dass die Bewohner südlich der Elbe wieder einmal vergessen wurden?“, fragte sich eine Wochenblatt-Leserin (Name der Redaktion bekannt). Das war offenbar tatsächlich der Fall.

Inzwischen hat der Hamburger Süden aufgeholt und es kommen weitere Testzentren, Ärzte und Apotheken dazu, bei denen man sich von medizinischem Personal testen lassen kann: Am Dienstag standen immerhin sechs Apotheken und „mehreren Arztpraxen“ (Termine unter 116 117 oder online unter eterminservice.de/terminservice) zur Verfügung, so eine Mitteilung der Sozialbehörde, im Laufe der Woche sollte ein Testzentrum bei der TU Harburg (Termine: schnelltest-hamburg.de) entstehen.

Großer Ansturm auf Laien-Schnelltests

Außerdem wurden in Bussen mobile Schnelltestzentren eingerichtet, die unter anderem zeitweise auf dem Harburger Rathausplatz und auf dem Neugrabener Markt stehen.  Schnelltests für Laien wurden schon am vergangenen Sonnabend bei Aldi und Lidl verkauft – ein Riesenansturm, alle waren schnell ausverkauft. Wenn neue Selbsttests da sind, will Aldi deshalb weiterhin nur ein Testset à fünf Tests pro Kunde abgeben. Seit Montag gibt es die Selbsttests zum Beispiel auch in Drogeriemärkten.

Lehrer und Erzieher werden geimpft

Inzwischen dürfen sich auch Lehrer, Erzieher, Schul- und Kitamitarbeiter impfen lassen: Sie rückten in der Priorität auf. Denn am Montag sollen Schulen und Kitas wieder öffnen: Die inzwischen nach Auskunft der Schulbehörde zu 95 Prozent digital mit WLAN und teilweise Tablets aufgerüsteten Schulen mit Wechselunterricht, Kindertagesstätten mit einem sogenannten „eingeschränkten Regelbetrieb“.

Aber Achtung: Wer sich impfen lassen möchte, braucht nach wie vor unbedingt eine Einladung. Erst wenn die vorliegt, sollte man sich einen Termin zum Impfen holen. Sonst werden Impftermine unnötig blockiert und man läuft Gefahr, abgewiesen zu werden.
Niedergelassene Ärzte können derzeit noch nicht impfen. Das ist erst für Mitte April vorgesehen, da beispielsweise noch die Verteilung des Impfstoffes geregelt werden muss.
Für Verwirrung hatte die Senatsankündigung gesorgt, über 80-Jährige könnten kostenlos mit dem Taxi zum Impfen fahren. Das stimmt zwar, doch man braucht natürlich trotzdem eine Impfeinladung der Stadt und einen Termin. Außerdem darf kein anderer Kostenträger für die Fahrtkosten zuständig sein, zum Beispiel die Krankenkassen bei Menschen, die durch eine chronische Krankheit nicht mobil sind.

Unterdessen darf mit Einschränkungen wieder eingekauft werden. Aus „click and collect“ (Klicke und hole ab, Anm. d. Red.) wurde „click and meet“ (Klicke und treffe den Verkäufer, die Red.). Wichtig: Vorher anmelden und Kontaktdaten zur Nachverfolgung hinterlassen. Dann gibt es bei den meisten Einzelhändlern ein Zeitfenster, in dem man sich zusammen mit wenigen anderen im Laden aufhalten darf.

 

Corona in Zahlen

203 neue Corona-Fälle meldeten die Gesundheitsämter in Hamburg am Mittwoch. Die „Inzidenzzahl“ – das ist die Zahl der neu Erkrankten je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen – ist mit 78,8 ganz leicht gesunken (Vorwoche 81,5). Aktuell sind 5.261 Hamburger an Corona erkrankt. 48.700 haben die Krankheit schon überstanden.
Eine Erstimpfung haben bisher 103.462 Hamburger bekommen, eine zweite Impfung 64.097. (Stand 10. März)

 

1 KOMMENTAR

  1. Und wie immer, Wilhelmsburg wird nicht beachtet mit seinen 55tausend Bewohnern.Es gibt bis dato kein einziges Schnelltestzentrum. Also beginnt eine Völkerwanderung Richtung Harburg. Hurra, Hurra die haben eins.
    Mfg. MICHAEL CORDES

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