Eidelstedt ist ihr „Kiez“: Als junge Frau hat Michaela Conrad bereits drei Jahre im Hörgensweg gelebt. Jetzt ist sie insbesondere in der angrenzenden Oliver-Lißy-Straße (Foto) aktiv. Foto: cvs

Michaela Conrad ist für die Bewohner
der Oliver-Lißy-Straße zuständig

Christopher von Savigny, Eidelstedt

Wer von der Oliver-Lißy-Straße durch die Fassadenschluchten der dunkel geklinkerten Neubauten blickt, sieht die weißen Hochhäuser am Hörgensweg. Als junge Frau, erzählt Michaela Conrad, habe sie dort einmal drei Jahre lang gewohnt. „Die Stimmung war damals viel anonymer“, sagt sie. „So etwas wie eine Soziale Stadtteilbetreuung gab es damals nicht.“ Seit April 2019 ist Michaela Conrad als „Kümmerin“ für das neue Wohngebiet an der Oliver-Lißy-Straße unterwegs, in der zurzeit rund 1.000 Menschen leben.

Man muss dranbleiben. Es ist wichtig, dass die Bewohner einen  Ansprechpartner haben
Michaela Conrad,
Kümmerin

Zu Michaela Conrads Aufgaben gehört es, Veranstaltungen zu organisieren und den Kontakt zu den Bewohnern aufrechtzuerhalten. Obwohl das zurzeit alles andere als einfach ist. „Corona hat vieles verändert“, sagt Conrad. Statt Nachbarschaftsfesten gibt es nun erst einmal Mitmachangebote für Zuhause.

Zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen

Zieht jemand neu ein, stellt sich die Kümmerin schriftlich per „Postwurfsendung“ vor – ein persönliches Gespräch wäre aufgrund der Pandemiebestimmungen derzeit schlecht möglich. „Man muss dranbleiben“, sagt sie. „Es ist wichtig, dass die Bewohner einen Ansprechpartner haben.“
Aufgaben wie diese liegen ihr: „Zuhören, gemeinsam nach Lösungen suchen und gegebenenfalls weitere Ansprechpartner finden – das kann ich gut.“ Mal ist es die junge Mutter, die eine Spielkameradin für ihre fünfjährige Tochter sucht, ein anderes Mal benötigt ein Mieter Hilfe bei einem Behördenschreiben oder der Briefkastenschlüssel passt nicht.

Während des Lockdowns hat Michaela Conrad damit begonnen, Hausaufgabenhilfe per Whatsapp anzubieten.

Großer Bedarf an Hausaufgabenhilfe

„Der Bedarf ist riesig“, sagt die Kümmerin. „Viele Kinder haben nicht die entsprechenden Endgeräte und können dem Online-Unterricht kaum folgen“, hat sie festgestellt. Statt Bastelaktionen und einem gemeinsamen Ostereiersuchen wird es in diesem Jahr einen Ostermalwettbewerb geben. „Corona und Lockdown verlangen ganz schön viel geistige Kreativität“, findet Conrad.

Ein weiteres wichtiges Anliegen sei ihr die Verkehrssituation im Quartier: Viele Schüler – überwiegend von der Stadtteilschule Eidelstedt, der Julius-Leber-Schule und vom Gymnasium Dörpsweg – müssten den teils recht stark befahrenen Hörgensweg überqueren. „Das Thema sollten wir im Auge behalten“, sagt sie.

Michaela Conrad ist Mitglied im Quartiersbeirat Eidelstedt-Nord. Ihre Stelle als Kümmerin umfasst zehn Wochenstunden und läuft – vorerst – bis Ende 2021. Arbeitgeber ist das Bezirksamt Eimsbüttel. „Die Chancen auf eine Verlängerung stehen ganz gut“, sagt Conrad.

Kontakt zu Michaela Conrad:
Tel. 0176 / 73 57 45 20 oder per E-Mail unter kuemmerin@email.de

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