Abstrich aus der vorderen Nase, in 15 Minuten liegt das Ergebnis vor: Drei verschiedene Coronatests für Laien sollen in der kommenden Woche in die Läden kommen. Foto: Panthermedia

Corona: Schüler dürfen bald abwechselnd zur Schule, Kitas planen den Regelbetrieb, Laientests kommen in die Läden

Gaby Pöpleu, Hamburg

Mit dem Frühlingsintermezzo Ende Februar keimte in vielen Hamburgern die Hoffnung auf weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen. Doch der Hamburger Senat blieb bisher unbeugsam: Allein die Friseure durften ihre Geschäfte öffnen, Fahrschulen, Fitnesscenter, Baumärkte und Blumenläden – alles dicht. Nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin soll es auch im strengen Hamburg mehr Erleichterungen geben.

Nicht alle halten den Lockdown klaglos durch: Im Jenischpark sollen wiederholt Jugendliche mit Alkohol gefeiert haben – in größeren Gruppen ohne Masken, trotz verschärfter Maskenpflicht. Leere Bierkästen dokumentierten das Partygeschehen.

Polizeihubschrauber über
potenziellen Corona-Hotspots

Beschwerden von Passanten riefen die Polizei auf den Plan, welche die Versammlung aufzulösen suchte, flüchtende Jugendliche wohl mit dem Einsatzwagen über die Wiese verfolgte. Was das angemessen? Eine polizeiinterne Untersuchung läuft… Inzwischen hat die Innenbehörde aufgerüstet: Am vergangenen Wochenende kreiste der Polizeihubschrauber über potenziellen Corona-Hotspots.

Wir prüfen zurzeit, ob und wie Corona-
Schnelltests für Schulbeschäftigte
möglich sind. Damit würden wir dann
voraussichtlich nach den Märzferien starten
Ties Rabe,
Schulsenator

Hamburgs Schüler bleiben inzwischen noch eine Woche zuhause – Ferien, die freiwillig als Lernferien genutzt werden können, um Versäumtes aufzuholen. Wem das nicht ausreicht: Das Schuljahr darf wiederholt werden, weil die Coronakrise für alle Schüler eine besondere Belastung sei, hat Schulsenator Ties Rabe angekündigt.
Wie geht es dann weiter? Senator Rabe hatte Präsenzunterricht in Form von Wechselunterricht für die Klassen 1 bis 4, für Abschlussklassen (Klassen 9, 10, 13 an Stadtteilschulen, Klassen 10 und 12 an Gymnasien) und die 6. Klassen an Gymnasien angekündigt. Das heißt: „Für die weiterführenden Schulen gibt es keine Vorgaben, hier ist wöchentlicher Wechsel möglich“, erklärt Rabe. Aber: In Grundschulen gelten besondere Regeln. Hier muss häufiger als wöchentlich gewechselt werden, denn zu lange Homeschooling-Phasen seien für kleine Kinder „sehr belastend und schwer zu organisieren“, so der Senator. Für alle gilt: Niemand muss in den Klassenraum zurückkehren, die Präsenzpflicht ist weiter aufgehoben.

Wird dann in den Schulen getestet? Mit Tests für Laien? „Wir prüfen zurzeit, ob und wie Corona-Schnelltests für Schulbeschäftigte möglich sind. Damit würden wir dann voraussichtlich nach den Märzferien starten.“ Dann sollen die drei inzwischen zugelassenen Schnelltests für Laien im Handel verfügbar sein. Der Plan: Schulpersonal soll sich freiwillig zweimal wöchentlich selbst testen, Schüler nur einmal wöchentlich und nur, wenn genug Tests dafür da sind.

Kindergärten wechseln
am 15. März zum Regelbetrieb

Die Kindertagesstätten werden zum 15. März parallel zur schrittweisen Schulöffnung vom Notbetrieb wieder in den sogenannten „eingeschränkten Regelbetrieb“ wechseln.

Die Impfungen laufen inzwischen besser, doch noch immer gibt es lange Wartezeiten bei der Terminvergabe. Über 80-Jährige dürfen nun kostenlos mit dem Taxi (( 299 96 09 37) zum Impfzentrum fahren. Nach dem Skandal um „Impfdrängler“ werden Forderungen lauter, Regeln für die Verwendung übrig gebliebener Impfstoffe zu erarbeiten. Und: Ab heute sollen die drei bisher zugelassenen Schnelltests für Laien im Handel verfügbar sein. Fünf Tests sollen rund 25 Euro kosten, aber es wird erwartet, dass sie durch wachsende Konkurrenz billiger werden.

Kanzlerin und Ministerpräsidenten verlängerten den Lockdown bis zum 28. März. Stufenweise gibt es Erleichterungen, gekoppelt an feste Inzidenzzahlen. So sind Kontakte von bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten ab Montag möglich. Gartenmärkte, Blumengeschäfte und Buchhandlungen, körpernahe Dienstleistungen, Fahr- und Flugschulen dürfen mit Einschränkungen öffnen, der Einzelhandel, Museen, Galerien, Zoos und Draußensport bei Inzidenzwerten unter 100.

 

Infizierte

183 neue Corona-Fälle meldeten die Gesundheitsämter in Hamburg am Mittwoch. Die „Inzidenzzahl“ – das ist die Zahl der neu Erkrankten je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen – ist von Werten im mittleren 60er Bereich Mitte Februar (z. B. 66,8 am 11.02.)wieder auf 81,5 (Stand 2.03.) gestiegen und liegt noch immer deutlich über dem angestrebten Wert von 35.
Aktuell sind rund 5.066 Hamburger an Corona erkrankt (Stand 3. März).

 

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