Schön gelb, schön auffällig: Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (li.) mit der GreenSam-Verantwortlichen Silke Edelhoff und Projektleiter Christian Trzebiatowski am U-Bahnhof Hoheluftbrücke.Foto: cvs

Große, gelbe Lettern prangen seit Neuestem auf dem Bürgersteig am U-Bahnhof Hoheluftbrücke – und lassen Fußgänger und Radler neugierig innehalten: An mehreren Orten im Stadtteil hat das Bezirksamt Eimsbüttel jetzt einen Verkehrsversuch gestartet, der die die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer zu mehr Rücksichtnahme auffordert. „Gerade im Bereich der Hoheluftbrücke mit Supermarkt, U-Bahn-Station, Bushaltestelle und Radweg ist viel los, und es kommt zu Konflikten unter den Verkehrsteilnehmern“, sagt Bezirksamtsleiter Kay Gätgens.

Der Bezirksamtsleiter selbst kenne diese kritische Ecke sehr gut, da er hier täglich mit dem Fahrrad vorbeifahre. „Wir möchten nun dort und am Isebek-Grünzug einmal neue Formen der Verkehrsführung testen – nicht am Reißbrett, sondern ganz praktisch im Alltag“, so Gätgens weiter. „Wir wollen unbefangen schauen, ob und wie die Maßnahmen angenommen werden und sind gespannt auf die Ergebnisse.“

Eingeteilt ist der – insgesamt dreiwöchige – Verkehrsversuch in drei Phasen: In Woche eins (bei Redaktionsschluss beendet) werden Fußgänger und Radfahrer zunächst mit dem auffälligen Schriftzug „Fairness Zone“ zu verstärkter Aufmerksamkeit aufgerufen. In der zweiten Woche werden Fuß- und Radwege durch Pfeilmarkierungen und Piktogramme voneinander getrennt, in Woche drei kommen auch noch Absperrelemente hinzu. Weitere „Zonen“ (insgesamt sind es fünf) hat das Bezirksamt an den Kreuzungen des Isebek-Grünzugs mit der Bogenstraße und der Bundesstraße, vor dem Eingang zum Kaifu-Freibad und im Bereich der der Goebenbrücke eingerichtet.

U-Bahnhof Hoheluftbrücke als Brennpunkt

Gleichzeitig ist der Verkehrsversuch Thema einer Masterarbeit von Bezirksamtsmitarbeiter Christian Trzebiatowski – und wird somit auch wissenschaftlich begleitet.

„Die Konflikte sind offensichtlich – auch ich erlebe das jeden Tag“, sagt Trzebiatowski, der an der Uni Wismar den Fernstudiengang „Integrative Stadt- und Landschaftsentwicklung“ belegt hat. So seien bereits im Oktober Voruntersuchungen zu dem Ergebnis gekommen, dass Radler und Fußgänger häufig an den falschen Stellen die Straße überquerten. „Wir wollen beobachten, wie stark unsere Maßnahmen auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer Einfluss haben und diese Ergebnisse miteinander vergleichen.“

Den Anstoß zum Verkehrsversuch gab im Übrigen das EU-Projekt „GreenSAM“, bei dem ältere Bewohner nach ihrer Meinung zum Thema Stadtraum befragt wurden. Der U-Bahnhof Hoheluftbrücke war dabei einer der genannten Brennpunkte.

>> https://www.hamburg.de/eimsbuettel/verkehrsversuche

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