Reportage über „Deintopf“ dreht, noch Zeit für ein Foto. Foto: KP Flügel

Von KP Flügel. Gleich zu Beginn der Covid-Pandemie fand in den Räumen von „Kids Welcome“, einem Projekt, das sich um geflüchtete Jugendliche kümmert, die Essensausgabeinitiative „Deintopf“ ihren Platz. Das war zunächst nur als Übergangslösung gedacht. Seitdem erhalten in der Turnerstraße 7 auf Initiative von Anwohnerin Andrea de Luna bedürftige Menschen eine Mahlzeit und Lebensmittel – momentan allerdings nur freitags, sonnabends und sonntags.

Andrea de Luna: „Aufgrund der Abstandsregelungen können wir hier nicht mit so vielen Menschen zeitgleich in den Räumen sein.“ An den anderen Tagen werden Lebensmittel ausgeteilt, so „können sich die Menschen selber zu Hause ein Essen zubereiten“.

Dass in Hamburg Unterstützung nicht nur ein Wort ist, erfuhren Anfang Februar auf die Essensausgabe wartende Menschen. „Als sie sahen, dass ein Autofahrer Schwierigkeiten hatte, aus einer engen Parklücke zu kommen, lotsten sie ihn aus dieser ‘raus. Nach wenigen Minuten kam der PKW wieder zurück. Die Beifahrerin stieg aus und drückte den gerade vor Ort wartenden 15 Gästen jeweils einen 50-Euro-Schein in die Hand. Die Frau sagte, sie hätten im Moment genug Geld und sich sehr darüber gefreut, dass Menschen, denen es nicht so gut ginge, anderen geholfen haben. Jetzt wollten sie sich revanchieren und ihnen eine Freude bereiten.“

Stifter Reich würde neue Räume finanzieren

Überwältigt zeigt sich Andrea de Luna darüber hinaus von der großen Hilfsbereitschaft, die „Deintopf“ erfährt. Zum einen gebe es viele Restaurants, die das Essen zur Verfügung stellten. Zum anderen erhielten sie viele Sachspenden. De Luna: „Wir könnten noch viel mehr bekommen, wenn wir denn die Kapazitäten hätten, diese auch zu verteilen.“

Deshalb ist de Luna noch immer auf der Suche nach Räumlichkeiten. Einen Finanzier dafür habe sie schon. „Herr Reich von der Reimund-C.-Reich-Stiftung hatte im Mai letzten Jahres den im Elbe Wochenblatt über uns erschienenen Artikel gelesen und mich in sein Büro eingeladen“, so de Luna. Beide führten ein längeres Gespräch, an dessen Ende Reich sagte: „Suchen Sie sich Räume. Ich selber habe immer solche Projekte unterstützt. Ich möchte Ihnen die Räume finanzieren.“ Aber geeigneter Räume zu finden sei immer noch das Hauptproblem, um weiter helfen zu können.

>> „Deintopf“, Turnerstraße 7, Tel. 43 09 64 04, fr, sa so 14- 17 Uhr (Lebensmittelspenden sind an diesen Tagen jeweils von 11-13.45 Uhr möglich).

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