Ob in Hamburg Kitas und Schulen nach den Frühjahrsferien wieder ganz normal öffnen, steht noch nicht fest, scheint aber wenig wahrscheinlich. Foto: Panthermedia

Corona-Pandemie: Infektionszahlen gehen nicht zurück – im März kommen BioNtech-Impfdosen für 55.600 Menschen – für Hausärzte und Praxispersonal gibts AstraZeneca-Impfungen

Olaf Zimmermann, Hamburg

Nach vier Monaten Lockdown finden sich viele Gründe für Lockerungen, etwa bei Kindergärten, Schulen oder bei Restaurants. Die Infektionszahlen sprechen nicht für diesen Schritt. Sie gehen nicht mehr wie erhofft zurück. Das Coronavirus hat aufgerüstet, ansteckendere Varianten entwickelt und so die Wirkung des Lockdowns ausgebremst. „Die Lage ist kritisch“, kommentierte Senatssprecher Marcel Schweitzer. Der Hamburger Senat hat deswegen die Maskenpflicht verstärkt. Masken müssen überall getragen werden, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann: auch im Stadtpark oder am Elbstrand.

Die Öffnung von Kitas und Schulen, wie sie manche Bundesländer für Anfang März angekündigt haben, gleicht in dieser Lage einem großen Experiment mit Kindern, Erziehern und Lehrern als Versuchskaninchen. Wo Abstände nicht eingehalten und Masken nicht getragen werden können, sind neue Strategien gefragt.

Wir werden die Impforganisation in den kommen Wochen und Monaten auf immer mehr Beine stellen
Melanie Leonhard,
Gesundheitssenatorin

Jetzt sollen Grund- und Förderschullehrkräfte sowie Kita-Personal früher geimpft werden als bisher geplant. Die Zulassung von Corona-Selbsttests für Laien wird für Anfang März erwartet. Diese könnten auch regelmäßig in Kitas und Schulen zum Einsatz kommen. Die bislang in Kliniken und Pflegeeinrichtungen eingesetzten Schnelltests dürfen nur von geschultem Personal durchgeführt werden.

Ob Hamburger Kitas demnächst auf eingeschränkten Regelbetrieb umstellen und ob Schulen in Hamburg nach den Frühjahrsferien wieder Präsenzunterricht anbieten, macht der Senat von der Entwicklung des Infektionsgeschehens abhängig.

Erfreulich: Für den März hat BioNtech weitere Impfstofflieferungen angekündigt, mit denen 55.600 Personen mit den beiden Impfdosen versorgt werden können. Außerdem stehen 52.800 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca bereit, die an Personen unter 65 Jahren verimpft werden können.

Neue Impftermine für über 80-Jährige werden weiter donnerstags eingestellt und können unter Tel. 116 117 oder auf www.impfterminservice.de gebucht werden.

Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca können jetzt niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, deren jeweiliges Praxispersonal, Beschäftigte im Krankentransportbereich sowie Polizei- und Ordnungskräfte erhalten. Termine sollen möglichst unter ( 116 117 vereinbart werden. Auch die mobilen Impfteams sind weiter im Einsatz. Jetzt werden Schutzimpfungen in Servicewohneinrichtungen für Bewohner im Alter von über 80 Jahren angeboten. Für 79 der 200 Einrichtungen sind bereits Termine vereinbart. In den 178 Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen erhalten die rund 6.000 Personen der höchsten Prioritätsgruppe ebenfalls Impfungen.

Wann sich Hamburger ihre Corona-Schutzimpfung bei ihrem Hausarzt abholen können, steht noch nicht fest. „Um möglichst viele Menschen zu erreichen, werden wir die Impforganisation in den kommenden Wochen und Monaten auf immer mehr Beine stellen. Wir werden die Kapazität im Impfzentrum besser ausschöpfen können, weiterhin mobile Impfteams im Einsatz haben, und in Krankenhäusern und speziellen Praxen Schutzimpfungen anbieten – bis es dann möglich ist, flächendeckend in allen Arztpraxen zu impfen“, sagt Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard.

 

Corona-Zahlen

50.685 Hamburger haben sich (Stand 23. Februar) mit dem Virus infiziert; davon gelten 45.600 als geheilt.
Auf Intensivstationen in Hamburger Kliniken werden 76 Menschen wegen Corona-Infektionen behandelt (Stand 22. Februar). Laut Robert-Koch-Institut sind bislang 1.224 Menschen in Hamburg an Corona gestorben (Stand: 23. Februar).

Bis einschließlich 22. Februar haben in Hamburg 84.688 Menschen eine Erstimpfung erhalten, 46.893 Personen bereits eine Zweitimpfung.

 

R-Wert und Sieben-Tage-Inzidenz

Der R-Wert, die Reproduktionszahl, gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person in einer bestimmten Zeit im Mittel ansteckt. Liegt der Wert über 1, dann steigt die Zahl der Neuinfektionen, die Krankheit verbreitet sich hochansteckend weiter. Das heißt: Anfangs sind nur wenige infiziert, doch bald explodieren die Zahlen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der neu Infizierten je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an. Ab einer Inzidenz von 35 haben der Bund und die Länder Lockerungen des Lockdowns vorgesehen. Aktuell liegt der Wert in Hamburg bei 71 (Stand 23. Februar), in der Vorwoche bei 67.

 

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