Sanierung des ehemaligen Braunkohlebergwerks Robertshall: Jarek Stanek von der Firma Grundbau Essen bohrt in Ehestorf direkt an der Landesgrenze zu Hamburg.Foto: LBEG/Eike Bruns

Unmittelbar an der Grenze Hamburg/Niedersachsen wird
nach einsturzgefährdeten Stollen gesucht

Olaf Zimmermann, Süderelbe/Rosengarten. Lauern unter den Stollen des ehemaligen Bergwerks Robertshall Hohlräume, die einstürzen können? Um dies zu erkunden, wird ab Montag, 1. März, die Straße Hohlredder für sechs bis acht Wochen voll gesperrt.
Die Sperrung zieht sich von der Einmündung in die Straße Emmetal bis in Höhe des Hauses Hohlredder 3a. Anwohner, die unmittelbar von der Sperrung betroffen sind, werden durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) persönlich informiert. Hintergrund: Seit im September 2019 bei Straßenbauarbeiten am Ehestorfer Heuweg plötzlich der Untergrund einbrach und ein fünf Meter tiefes Loch entstand, hat das ehemalige Bergwerk Robertshall eine plötzliche Berühmtheit erlangt. Schnell wurde deutlich, dass in den Harburger Bergen zwischen 13 und 17 Meter unter der Erde ein 25 Kilometer langes Netz an Stollen verlief. Stollen, die teilweise einsturzgefährdet und nicht in Unterlagen verzeichnet waren.
Zunächst starteten die Sanierungen auf Hamburger Stadtgebiet. Nachdem untersucht worden ist, ob mit Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkriegs zu rechnen ist, wird derzeit auf niedersächsischer Seite der Zustand der unterirdischen Hohlräume erkundet, dann wird saniert. Die Arbeiten laufen seit Ende August 2020 und konzentrieren sich in Rosengarten, unmittelbar an der Grenze zu Hamburg, derzeit auf die Straßen Emmetal und Hohlredder. Dazu wird dort gebohrt, wo man frühere Stollen vermutet. Findet man einen Hohlraum, kann der gleich über das Bohrloch mit Beton verfüllt werden.
Aber bisher wurden keine Weiteren Hohlräume entdeckt. Nach Auskunft des LBEG „haben sich allerdings Hinweise auf weitere Stollen ergeben“, denen jetzt nachgegangen wird. Die Arbeiten sollen voraussichtlich in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Bergwerk Robertshall
Im Bergwerk Robertshall in den Harburger Bergen wurde ab Dezember 1919 Braunkohle gefördert. Die Kohle ging nach Harburg an die Vereinigt Gummiwaaren Fabriken. Im Dreischichtbetrieb waren je 60 Mann unter Tage und je acht Mann über Tage eim Einsatz. Nachdem sich die Kohleversorgung durch Lieferungen aus dem Ruhrgebiet konsolidiert hatte, sank der Kohlepreis und die Förderung in den Harburger Bergen wurde unrentabel. Am 22. September 1922 wurde der Bergbaubetrieb eingestellt. 15 Mitarbeiter sollten die 25 Kilometer lange Stollenanlage verfüllen. Bereits vier Wochen später wurde dem Bergamt Celle der erfolgreiche Abschluss der Arbeiten gemeldet. 1926 begannen die ersten Stollen einzustürzen.
Quelle: Verein Bergwerk Robertshall

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