Sie protestieren gegen die ihrer Ansicht nach zu hohe Bebauung: Karin Kreuder (v. l.), Lisa Strauß, Elisabeth Richter, Sven Schröder, Gitta Lauenroth und Karin Görling. Foto: cvs

Die Bauplanung ist noch nicht in trockenen Tüchern, doch die Altonaer Grünen kümmern sich bereits um das Umfeld des künftigen Azubiwohnheims am Alsenplatz: Kürzlich stimmte der Hauptausschuss der Bezirksversammlung mehrheitlich einem Antrag der Ökopartei zu, nachdem die Fläche zwischen dem Neubau und der gründerzeitlichen Altbaufassade (Straße „Alsenplatz“) zu einem „grünen Quartiersmittelpunkt“ umgestaltet werden soll. Christian Trede (Grüne): „Wir wollen dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach einem grünen Platz nachkommen und ihn gemeinsam mit ihnen gestalten. Dazu gehört es, so wenig Bäume wie nötig zu fällen und für die Gefällten, möglichst im unmittelbaren Umfeld, Ersatz zu pflanzen. Die Fassade des neuen Gebäudes soll begrünt oder Pflanzgerüste auf dem Platz als Gestaltungselement aufgebaut werden“, sagt der Sprecher für Stadtentwicklung der Grünen-Fraktion. „Durch den Gebäuderiegel entfaltet sich zudem eine erhebliche Lärmminderung, sodass am Ende eine ruhige, grüne Quartiersoase entsteht.“

Über die geplante Bebauung des Alsenplatzes hatte das Elbe Wochenblatt erst im vergangenen November berichtet: Auf dem baumumstandenen Anwohnerparkplatz gegenüber der Einmündung Augustenburger Straße möchte der Bauträger, die Hamburger Sparkasse, ein sechsstöckiges Wohnheim für Auszubildende und Studierende errichten lassen. Geht alles glatt, könnte das Gebäude schon nächstes Jahr fertig sein. Dagegen wehrt sich jedoch eine Anwohnerinitiative, die ihre – bis zu 70 Jahre alten – Bäume gerne behalten möchte. Auch die Idee einer „grünen Quartiersoase“ wird eher mit Skepsis betrachtet. „Es ist zu befürchten, dass der geplante Platz nur ein schattiger Hinterhof wird“, sagt Eva Börger von GreenAlsenplatz. Die Wahrheit sei, dass mehr als die Hälfte der Bestandsbäume gefällt werden müsse. „Natürlich ist eine maximale Begrünung des Platzes und der Fassade des Wohnheims das mindeste, was geschehen muss. Trotzdem werden die neuen Bäume erstmal 60 Jahre brauchen, bis sie eine ähnlich ausladende Blätterkrone ausgebildet haben wie die jetzigen.“

Bisher ist lediglich ein Bauvorbescheid ergangen – das eigentliche Genehmigungsverfahren läuft noch. Noch ein interessantes, geschichtliches Detail: Bis in die 1960er-Jahre hinein war der Alsenplatz tatsächlich eine richtige Grünfläche. Erst der Bau des Ring 2 im Jahr 1969 (mit einer Schneise bis zur Fruchtallee) degradierte den einstigen Platz zur gewöhnlichen Wohnstraße.

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here