Das neue Klubhaus ist fertig, außen herum wird noch gearbeitet. Foto: Düse

Waldemar Düse, Wilhelmsburg. Es gibt wahrscheinlich nicht besonders viele Sportvereine in Hamburg, für die der Januar 2021 ein Monat des Aufbruchs gewesen ist. Der SV Wilhelmsburg ist in dieser Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.
Die Corona-Infektionsrate in deprimierender Höhe und eine aktive Perspektive für Spiel und Sport nicht in Sicht – dennoch markieren die ersten Wochen des Jahres für die Wilhelmsburger einen Quantensprung. Mit der Schlüsselübergabe für das im September 2019 im Rohbau abgebrannte und danach neu aufgebaute Vereinshaus Ende Januar hat am Karl-Arnold-Ring eine neue Zeit begonnen. „Es hat sich gelohnt, dafür zu kämpfen“, freut sich Vereinschef Dirk Zimmermann. „Ende Februar oder Mitte März nimmt die Geschäftsstelle hier ihre Arbeit auf.“ Neben den Vereinsräumlichkeiten befinden sich noch Umkleidekabinen und ein für Sportangebote nutzbarer Mehrzweckraum im Gebäude.
Eigentlich hatte alles ganz anders laufen sollen: Das Gebäude sollte viel früher fertig und Zimmermann schon lange nicht mehr Vereinsvorsitzender sein. „Ich bin amtsmüde gewesen und wollte ebenso wie der 1. Finanzwart Dieter Prim aufhören“, so Zimmermann, der nach vierjähriger Tätigkeit als 2. Vorsitzender für vier Jahre in die erste Reihe gerückt war. Aber weil die Mitgliederversammlung im März vergangenen Jahres aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte, mussten Zimmermann und Prim geschäftsführend weitermachen. Die bereits getroffene Nachfolgeregelung wartet noch auf ihre vereinsrechtliche Umsetzung.
Auch wenn „derzeit alles auf Null gefahren ist“, so Zimmermann, sei der 1.600 Mitglieder große Verein „nicht so schlimm wie erwartet“ durch die bisherigen Pandemiemonate gekommen. „Die Masse der Mitglieder ist uns treu geblieben. Die Kündigungen halten sich in Grenzen.“ Wo möglich, werde mit virtuellen Angeboten gearbeitet. „Positiv ist auch, dass wir im Fußball-Ligabereich keine Abgänge zu verzeichnen haben.“
Weil an der Dratelnstraße aufgrund der Umbaumaßnahmen wahrscheinlich bis zum Jahresende noch kein Sportbetrieb möglich sein wird, werden – soweit möglich – auch die Vereine Indian Football, Inter 2000 und der FC Bingöl am Karl-Arnold-Ring trainieren und spielen.

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