Das alte Verwaltungsgebäude der Polizeidirektion Süd wird abgerissen. Foto: mag

Andreas Göhring, Harburg. Große Veränderungen am Großmoordamm 61: Die Polizei will sich auf dem gesamten Grundstück ausbreiten, dafür müssen TÜV und Zulassungsstelle weichen. In der benachbarten Siedlung Wohlersweg regt sich schon Widerstand. Einigen Anwohnern wird nämlich nicht nur ein vierstöckiger Verwaltungsbau vor die Tür gesetzt. Geplant ist auch ein Stellplatz für 569 Kraftfahrzeuge und 135 Motorräder. Er soll mit einem bis zu 2,5 Meter hohen Doppelzaun gesichert werden.
Anwohner Thomas Beecken: „Das klingt nach einem Autoknast. Dann ist es mit der Ruhe in unserem Wohlersweg wohl vorbei.“ Die Sache mit dem Autoknast hat sich inzwischen erledigt, der bleibt an der Großmannstraße in Rothenburgsort. Das hat ein Sprecher der Innenbehörde bestätigt: „In Harburg sollen Fahrzeuge untersucht und verwahrt werden, die in einem Gerichtsverfahren eine Rolle spielen und als Beweismittel gesichert werden.“
Die Harburger Politik ist von den Neubauplänen offenbar völlig überrascht worden. „Wir müssen uns erstmal schlau machen“, sagt der SPD-Bezirksabgeordnete Frank Wiesner aus dem Wohlersweg. Bisher gibt es auch nur eine Bauvoranfrage der Polizei. Da sie aber darauf hofft, zum Beispiel bei den Baugrenzen und bei der Zahl der Geschosse (erlaubt sind eigentlich nur drei) von den Bestimmungen des Bebauungsplans Neuland 11 befreit zu werden, müssen auch Nachbarn wie Thomas Beecken informiert werden.
Die Befreiung ist sicher kein Selbstgänger. Denn als die „Selbsthilfe-Siedlung“ aus den 1930er-Jahren erst im Jahr 1964 endlich planungsrechtlich gesichert wurde, hatten Verwaltung und Politik mögliche Konflikte schon geahnt: „Da an diesem Standort Wohn- und Gewerbenutzungen benachbart sind, werden Festsetzungen im Bebauungsplan getroffen, um mögliche gegenseitige Beeinträchtigungen künftig zu mindern.“
Fest steht bisher nur, dass die bisherigen Gebäude erst abgerissen werden sollen, wenn die neuen Gebäude fertig sind. Sie sollen von der Verkehrsstaffel Süd sowie der Jugendverkehrsschule genutzt werden. Aufgaben wie Führerscheinangelegenheiten oder Verkehrsüberwachung bleiben also vor Ort.
Nur Zulassungsstelle und TÜV müssen weichen. Für die Zulassungsstelle soll unter anderem das Erdgeschoss eines Neubaus in der Theodor-Yorck-Straße in Frage kommen. Was der TÜV plant, ist nicht bekannt. Für die Hauptuntersuchung nach Paragraf 29 der StVZO (im Volksmund „TÜV“ genannt) gibt es aber im näheren Umfeld genug andere Anbieter.

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