Der Plan für Harburgs großen Verkehrsknoten.Grafik: visu-l/Hochbahn

Andreas Göhring, Harburg. Der Harburger Busbahnhof soll erweitert werden. Das ist seit Jahren geplant, aber immer wieder kam etwas dazwischen – mal war es der Baugrund, der ungeahnte Probleme bereitete, mal waren es andere dringende Bauarbeiten wie die Sanierung der nahen Stadtautobahn.
2022 soll es endlich losgehen, aber die Harburger Bezirksabgeordneten sind skeptisch. Was ihnen die Planer der Hochbahn in gemeinsamer, nicht öffentlicher Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses und des Mobilitätsausschusses vorgelegt haben, gefällt ihnen nicht. Obwohl die Planungen schon 2019 das erste Mal vorgestellt wurden und seitdem viel Zeit verstrichen ist, scheinen sie mit heißer Nadel gestrickt zu sein. „Ich habe das Ganze von Anfang an nicht für optimal gehalten“, sagt Frank Wiesner, SPD-Bezirksabgeordneter und studierter Verkehrsplaner. Sein Alternativvorschlag sei aber nicht berücksichtigt worden – angeblich aus Zeitgründen.
Für viele der Knackpunkt: Um noch mehr Busse aufzunehmen, soll zwischen ZOB und dem Phoenix-Center in der Mitte der Hannoverschen Straße ein weiterer Bussteig angelegt werden. Dafür soll die Linksabbiegespur von der Hannoverschen Straße in die Moorstraße geopfert werden. Außerdem müssten Fahrgäste der vielgenutzten Linien von Sinstorf nach Eißendorf und von Rönneburg nach Neugraben die Fahrbahn überqueren, um zu ihrem Bus zu gelangen.
Während der mindestens dreieinhalb Jahre langen Bauzeit soll der Betrieb auf der bestehenden Anlage komplett eingestellt werden. Wo die täglich 40.000 Fahrgäste dann aber einsteigen sollen, erfuhren die Bezirksabgeordneten nicht. Das werde noch zwischen Verkehrsbehörde, Bezirksamt und Hochbahn abgestimmt.
„Wir wollen da mitreden“, sagt Michael Sander, Bezirksabgeordneter der Grünen und Vorsitzender des Mobilitätsausschusses. „Vor allem aber wollen wir besser informiert werden.“ Und auch Rainer Bliefernicht, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hält die Planungen für „unausgegoren“.
So richtig kompliziert wird das Ganze aber, weil gleichzeitig der „Doppel-Verkehrsknoten“, der die Buxtehuder Straße, die Hannoversche Straße, die Moorstraße und die Walter-Dudek-Brücke miteinander verbindet, saniert werden soll. Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden.

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