Auch gegen Regensburg wurde Igor Matanovic (l., Nummer 34) eingesetzt. Foto: Claus Bergmann

Fußball: St. Paulis jüngster Bundesliga-Torschütze
hat beim Harburger TB das Kicken gelernt

Waldemar Düse, Hamburg

Zum Glück hatte der FC St. Pauli darauf verzichtet, seinem Jüngsten nach diesem Erlebnis ein Interviewverbot zu erteilen. In der 86. Minute eingewechselt und in der 92. Minute mit seinem ersten Tor als Fußballprofi nicht nur den 3:2-Auswärtssieg bei Hannover 96 eingetütet, sondern gleichzeitig auch eine seit dem 2. März andauernde Auswärtssieglosserie St. Paulis in der 2. Bundesliga beendet.

Ein großes Talent, das war damals schon zu erkennen
Yüksel Sarac,
Betreuer des 2003er Jahrgangs beim HTB, über den
Fußballknirps Igor Matanovic

Aus Igor Matanovic sprudelte es nur so heraus, unverstellt und authentisch. „Ich weiß gar nicht, was ich denken soll. Meine Emotionen gehen hoch und runter und mein ganzer Körper zittert“, kommentierte das 1,94 Meter große Talent aus dem Nachwuchsleistungszentrum der Braun-Weißen seinen „Glückstreffer“ unmittelbar nach Spielschluss in der ARD-Sportschau. Matanovic ist nun mit 17 Jahren und 292 Tagen jüngster Profi-Torschütze der Vereinsgeschichte St. Paulis.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Igor Matanovic durch ein Interviewverbot noch vor sich selbst geschützt werden muss, ist nicht besonders hoch. „Igor ist ein sehr feiner Kerl, ruhig und klar im Kopf. Er weiß, was er will“, sagt Yüksel Sarac, Betreuer des 2003er Jahrgangs beim Harburger Turnerbund (HTB), in dem Matanovic groß geworden ist, bevor er 2010 in das Nachwuchsleistungszentrum der Kiez-Kicker wechselte. „Er war damals schon größer, schneller und stärker als die anderen“, so Sarac weiter. „Ein großes Talent, das war schon damals zu erkennen.“
Auch die Eltern seien geerdet und sehr interessiert, betont Matanovics Ex-Betreuer. Ein weiteres Hindernis davor, unkontrolliert abzuheben. „Sie haben, besonders seine Mutter, Igor überall hingefahren und bei Turnieren immer sehr viel mitgeholfen. Ich habe seinen Vater gleich nach dem Spiel angerufen und beglückwünscht.“ Die Freude über dieses Erlebnis ist Sarac anzuhören. „Auch wir beim HTB können stolz darauf sein.“
Sein Urteil über Igor Matanovic deckt sich mit dem seines Trainers. „Er ist noch jung, muss noch viel lernen und arbeiten. Aber er ist ein sehr williger Spieler, einer der fleißigsten, die ich im Jugendbereich erlebt habe. Igor ist absolut bodenständig und hat sein Herz am rechten Fleck“, diktierte Timo Schultz der „MOPO“ in die Blöcke. Notwendige Voraussetzungen für weiterhin sprudelnde Emotionen.

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