Foto: Stiftung SeHHafen

Sabine Langner, Wilhelmsburg. Hamburg bekommt ein schwimmendes Kulturhaus. Wo? Im und auf dem Lieger Klütjenfelde (Foto), der seit einiger Zeit im Spreehafen festgemacht ist. Die Stiftung SeHHafen plant auf dem denkmalgeschützten Lieger die Einrichtung eines schwimmenden Kulturhauses mit einem Ausstellungsbereich, der die Welt des Hafens um 1900 zeigen soll. „Außerdem wird es Gruppenräume für Veranstaltungen geben“, erläutert Jan Peters von der Stiftung SeHHafen. Im Sommer diesen Jahres gehen die Arbeiten los, im Herbst 2022 soll das Kulturhaus fertig.
Gebaut wurde der größte original erhaltene Hamburger Hafen-Lieger (Maße: 25 mal 9,50 mal 6,50 Meter) im Jahr 1912 – als reiner Ponton mit zwei Decks ohne Aufbau. Er diente als schwimmendes Werkstatt-, Lager- und Kontorgebäude an den Altonaer Landungsbrücken. Im Unterdeck gibt es einen Ladebaum und einen klappbaren Balkon mit Ladetür, der beim Be- und Entladen sowie für Reparaturen von Fahrzeugen genutzt wurde.
Ungefähr 1927 setzte die Ewerführerei Lütgens & Reimers eine fünf Meter hohe und 150 Quadratmeter große Werkhalle aus genieteten Stahlträgern auf das Oberdeck. Fassade und Dach wurden mit Holz verschalt, ein Dielen-Zwischenboden mit Galerie und Hebevorrichtungen eingebaut. Die Mischung aus Schiff und Gebäude mit rund 240 Quadratmetern Nutzfläche wurde anschließend in den Klütjenfelder Hafen gebracht, wo der Lieger bis 1992 in Betrieb war.
Knappe 100 Jahre im Hamburger Hafen haben reichlich Spuren hinterlassen. Damit das Kulturdenkmal nicht irgendwann untergeht, müssen Holzfassaden, Dach sowie Fenster und Türen saniert werden. Insgesamt wird das Ganze rund 550.000 Euro kosten. 195.000 Euro übernimmt der Bund, 160.000 Euro kommen aus dem Sanierungsfonds Hamburg. 120.000 Euro bringt der Eigentümer, die Stiftung SeHHafen mit Eigenmitteln und Spenden zusammen, 75.000 Euro kommen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Lieger
Ein Lieger ist fest verankert, er schwimmt dank seiner Pontonunterlage wie ein Hausboot im Hafenwasser. Um bewegt zu werden, ist er, weil er keinen eigenen Antrieb hat, auf einen Schlepper angewiesen.

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