Der Kirchdorfer Bernd Pohl ärgert sich über den schlechten Zustand des Gehwegs vor seiner Haustür. Foto: pr

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg. Bernd Pohl ist sauer. „Sowas regt mich echt auf“, sagt der Kirchdorfer, der in der Brackstraße lebt – eine ruhige Wohnstraße, die von Linden gesäumt ist. Aber so nett die Bäume auch anzusehen sind, werden sie mittlerweile zum Problem: Denn die Linde streckt als sogenannter „Herzwurzler“ ihre Wurzeln nicht nur nach unten, sondern auch zur Seite aus und drückt damit die Gehwegplatten nach oben.
Kürzlich ist Pohls 88-jähriger Vater beim Zeitungholen gestürzt. Offenbar hatte er dabei riesiges Glück, denn passiert ist ihm – bis auf ein paar Schrammen – gar nichts. Dem bezirklichen Wegewart hat Bernd Pohl nach eigener Aussage zwar Bescheid gegeben, doch bislang ohne Erfolg. „Meine Frau hatte an der gleichen Stelle bereits einen Fahrradunfall“, sagt Pohl. „So kann es nicht weitergehen.“
Betroffen ist insbesondere der Bürgersteig auf der Nordseite der Brackstraße: An einigen Stellen sind die Pflastersteine einfach herausgefallen, anderenorts bilden Gehwegplatten gefährliche Kanten. Inzwischen scheint das Bezirksamt doch schon tätig geworden zu sein: So wurden einzelne Pflastersteine wieder in den Gehweg eingebaut, an anderer Stelle hat man großflächig geteert. Weitere Reparaturen seien in Auftrag gegeben worden: „Das soll je nach Witterungslage vielleicht schon im Februar, ansonsten im Frühjahr losgehen, wenn es wärmer ist“, sagt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte.
Eine Dauerlösung ist das nicht – denn sobald das Wurzelwachstum im Frühjahr einsetzt, dürfte der Druck von unten her wieder zunehmen. Gern wird in solchen Fällen auf ein klebriges Granitbruchgemisch namens „Glensanda“ zurückgegriffen. Der Vorteil: Das Material ist sowohl flexibel, als auch einigermaßen haltbar. „Welches Füllmaterial letztendlich genommen wird, entscheidet sich je nach Schadensbild“, so Weiland.
Zur Auswahl stünden Kleinpflaster, Kaltasphalt oder eben „Glensanda“. Laut Bezirksamt sehen im Bezirk Mitte insgesamt 16 Wegewarte nach dem Rechten, in Wilhelmsburg sind es drei. Bezirksstraßen werden einmal monatlich besichtigt, größere (Hauptverkehrs-)Straßen zweimal pro Monat.
Nach Auskunft der Verkehrsbehörde (BVM) wird in letzter Zeit vermehrt darauf geachtet, „Gehwege in einen guten Oberflächenzustand zu versetzen und eine bedarfsgerechte Breite zu schaffen“.

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