Beim ersten Corona-Lockdown: Antonio Cotugno gibt mit seinem Neffen Mario das bestellte Essen am Fenster aus. Foto: Ferdinando Cotugno

Von Gaby Pöpleu, Flottbek

Mit „Gutes Essen ist gutes Leben“ veröffentlicht L‘Europeo-Chef Antonio Cotugno ein sehr persönliches Plädoyer für gutes Essen

In dem Buch steckt sein ganzes Leben: Antonio Cotugno, 1949 in Neapel als Ältester von sechs Geschwistern geboren, hat nun, da sein Restaurant L‘Europeo (Osdorfer Weg 27) wie alle anderen wegen der Corona-Pandemie geschlossen sein muss, ein Buch verfasst. „Antonio Cotugno: Gutes Essen ist gutes Leben, Die einfache italienische Küche“ könnte auch als Familienalbum durchgehen, zumal die Fotos von Antonio Cotugnos Bruder Ferdinando stammen. Auf jeden Fall ist es ein sehr persönliches und sehr unterhaltsames Buch geworden, aus dem echte Leidenschaft für gutes Essen und gute Gastronomie spricht.
Auf die Frage „Warum habt ihr keinen Stern?“ antwortet Cotugno gern ein wenig kokett „Weil wir keine Astronauten sind.“ Und man glaubt ihm, der auch schon viele Prominente, Reiche und Schöne bekocht hat, dass es ihm um den Ruhm und Ehre geht, sondern darum, dass sich seine Gäste wohlfühlen. „Wir alle arbeiten, um Geld zu verdienen. Aber den großen Lohn ernten wir dann, wenn Gäste sich verabschieden und sagen ‚Danke. Das war ein schöner Abend“, stellt Cotugno am Buchanfang klar.
Der 70jährige Cotugno, bei dem Horst Janssen Hausverbot hatte, weil er auf einen anderen Gast losgegangen war, lässt uns in viele Anekdoten an seinem Leben teilnehmen, nicht nur an den Besuchen von Otto Waalkes, Peter Ustinovs oder Hans-Ulrich Kloses, auch an seiner persönlichen Familiengeschichte. Zum Beispiel zeichnete sich seine Gastro-Leidenschaft schon früh ab: „Ich war fasziniert von der Atmosphäre, dem Stimmengewirr, den Geräuschen der Teller und Bestecke, dem Klingen der Gläser und den Wohlgerüchen und Aromen der Canelloni della Nonna, der Gnocchi alla Sorrentina und der Calamari Fritti“, erinnert er sich an eine Hochzeit seiner Kindheit. In der Grunschulzeit in Neapel bereitete er mit Mama, die eine kleine Imbissbude im örtlichen Schwimmbad betrieb, kleine Gerichte zu. Nach der Hotelfachschule und einer Saison in Riccione wanderte er 1969 nach Hamburg aus, sein „L‘Europeo“ feierte gerade den 40. Geburtstag.
Trotzdem ein Kochbuch mit Rezepten
Das Buch ist trotzdem auch ein Kochbuch. Mit Rezepten, die alle auch im L‘Europeo gekocht werden. Viele haben kurze Einkaufslisten, nur vier oder fünf Zutaten braucht ein gutes Essen offenbar, die aber müssen immer von hoher Qualität sein, sagt Cotugno. Schließlich geht um „die einfache Italienische Küche“. Übrigens: Der Restaurantchef schätzt auch deutsche Küchenklassiker, zum Beispiel „einen deftigen Schweinebraten mit Wirsing oder Rotkohl.“ Der Burger-Schnellrestaurat-Küche ist er dagegen nicht erlegen: „Nein, niemals! Ich habe es vielleicht einmal in 40 Jahren ausprobiert.“
Kommen die Gäste dann trotzdem noch ins Restaurant, wenn sie die Gerichte auch selber kochen könnten? Da macht sich Cotungno keine Sorgen: „Das ganze Ambiente und Drumherum gnießen die Leute, den Service und die gute Stimmung“. Wer in die Welt des Antonio Cotugno eintauchen möchte, kann das Buch für 29,80 Euro (Ellert & Richter Verlag) im Buchhandel kaufen und sogleich in der eigenen Küche loslegen. Oder fertige Gerichte zum Selber-Zuendekochen aus dem Restaurant abholen…

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